Xanax wird zum Kultphänomen – wie Musik und Social Media den Drogenkonsum verharmlosen
Heinz-Josef ZirmeXanax wird zum Kultphänomen – wie Musik und Social Media den Drogenkonsum verharmlosen
Das verschreibungspflichtige Medikament Xanax – in der Umgangssprache oft als Xanny bezeichnet – erlebt einen deutlichen Popularitätsschub unter jungen Menschen. Seine zunehmende Präsenz in Musik, sozialen Medien und der Jugendkultur hat Debatten über die Normalisierung von Drogen ausgelöst. Künstler:innen und Influencer:innen spielen dabei eine zentrale Rolle, wenn es um die Einstellung zu seinem Konsum geht.
Xanax, dessen Wirkstoff generisch als Alprazolam bekannt ist, hat sich besonders in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen verbreitet. Seine Anziehungskraft hängt eng mit zeitgenössischem Hip-Hop und Rap zusammen, wo das Medikament häufig thematisiert wird. Bereits 2019 erwähnte Billie Eilish in ihrem Album When We All Fall Asleep, Where Do We Go? direkt Xanax und lenkte damit zusätzliche Aufmerksamkeit auf seine Rolle in der Jugendkultur. Auch Künstler wie Money Boy haben das Medikament in ihren Texten verarbeitet und so seine Sichtbarkeit weiter verstärkt.
In Städten wie München berichten junge Menschen, dass Xanax leichter erhältlich sei als Opioide oder Valium. Sein Missbrauch geht oft mit dem Konsum von Cannabis einher, was die Risiken für die psychische Gesundheit erhöht. Langfristig kann sich eine Abhängigkeit entwickeln, die zu Problemen mit Angststörungen, sozialer Funktionsfähigkeit und dem allgemeinen Wohlbefinden führt.
Die kulturelle Akzeptanz des Medikaments beschränkt sich nicht auf die Musik. Auch bildende Künstler wie Bryan Lewis Saunders haben sich in ihren Werken mit Drogenkonsum auseinandergesetzt, etwa durch Selbstporträts, die gesellschaftliche Perspektiven hinterfragen oder spiegeln. Ihre künstlerischen Ausdrucksformen tragen zu einer breiteren Diskussion über Substanzkonsum und dessen Auswirkungen auf das moderne Leben bei.
Der Aufstieg von Xanax in der Jugendkultur unterstreicht den Einfluss von Musik, Kunst und sozialen Medien auf Drogentrends. Mit seiner wachsenden Verbreitung steigen jedoch auch die Bedenken hinsichtlich Abhängigkeit und psychischer Gesundheitsrisiken. Die aktuelle Debatte umfasst mittlerweile sowohl Gesundheitsfachleute als auch kulturelle Persönlichkeiten, die sich mit den Folgen für junge Menschen befassen.






