Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben trotz neuer Lösungen
Gerlinde HeinrichZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben trotz neuer Lösungen
Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät unter Druck
Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen: sinkende Preise, steigende Kosten und neue agrarische Probleme setzen die Branche zu. Dennoch halten einige Landwirte wie Marius Feldmann von der Metternich-Ratibor-Corvey KG an der Rübe als wichtiger Kulturpflanze fest – auch wenn die Anbaufläche in seinem Betrieb von 160 Hektar im Jahr 2023 auf 118 Hektar in diesem Jahr geschrumpft ist. Die Branche setzt nun auf innovative Lösungen, um Erträge zu sichern und die Produktion wirtschaftlich tragfähig zu halten.
Seit 2023 ist der deutsche Zuckerrübenanbau deutlich zurückgegangen. Bundesweit verringerte sich die Anbaufläche von etwa 43.000 Hektar auf rund 38.000 Hektar bis 2025. Hohe Produktionskosten, schwankende Marktpreise, unberechenbares Wetter und strengere EU-Umweltauflagen haben zu diesem Rückgang beigetragen.
Hinzu kommen ernste Bedrohungen durch Schädlinge und Krankheiten. Resistente Hirsegräser, die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und das Rübenvergelbungsvirus (SBR) – übertragen durch die Zikade Hyalesthes obsoleta – können den Zuckerertrag um 40 bis 50 Prozent mindern. Starke Unkrautbefälle machen die Ernte mitunter kaum noch lohnend und treiben weitere Landwirte dazu, sich von der Kultur abzuwenden.
Um diese Probleme zu bekämpfen, testete Feldmann auf 44 Hektar Rinpode, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Mit einer Aufwandmenge von nur 2 g/ha richtete es sich gegen hartnäckige Hirsegräser und andere Unkräuter. Zudem erprobte er das Rinpode Vital Pack, das den Biostimulator Kinsidro Grow enthält, und stellte fest, dass es sich gut mit anderen Behandlungen kombinieren lässt. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Innovationen die Rübenerträge um 3 bis 7 Prozent steigern und den Zuckergehalt verbessern könnten.
Doch die Branche braucht weiterhin verlässlichen Zugang zu Pflanzenschutzmitteln. Zwar sind reguläre Zulassungen für Pestizide wünschenswert, doch könnten Notfallgenehmigungen für die Saison 2026 entscheidend werden. Ohne sie warnen Landwirte vor Risiken für die heimische Zuckerproduktion – und damit für die regionale Versorgungssicherheit.
Zuckerrübenanbauer setzen zunehmend auf neue Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien, um ihre Ernten zu schützen. Diese Maßnahmen sollen der sinkenden Rentabilität und den wachsenden Bedrohungen durch Schädlinge und Krankheiten entgegenwirken. Ohne weitere Unterstützung könnte der Rückgang des Rübenanbaus jedoch anhalten – mit langfristigen Folgen für die deutsche Zuckerproduktion.






