22 March 2026, 08:12

Willich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze

Eine Gruppe von Kindern hält Schilder in der Hand und steht vor einem Gebäude, während eine Frau einen Kinderwagen schiebt, umgeben von Bäumen, Pfählen, einer Flagge, einem Haus, Pflanzen und einem bewölkten Himmel; auf einem Schild steht 'Wir kommen in Frieden, gebt uns unseren Daddy'.

Willich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze

Zwei geplante Kitas in Willich fallen weg – Eltern fordern Neuüberlegung

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Wegen sinkender Nachfrage und knapper Haushaltsmittel hat die Stadt Willich den Bau zweier geplanter Kindertageseinrichtungen in Anrath und Neersen gestrichen. Der Stadtrat begründete die Entscheidung mit rückläufigen Anmeldezahlen und einer generell geringen Auslastung der bestehenden Einrichtungen. Eltern und lokale Initiativen fordern nun Aufklärung und eine Überprüfung des Beschlusses.

In den vergangenen fünf Jahren blieb die Zahl der in Willicher Kitas angemeldeten Kinder weitgehend stabil oder sank leicht. Die jährlichen Statistiken von 2021 bis 2025 zeigen eine konstante Belegung zwischen 2.800 und 2.900 Kindern. Laut Stadtverwaltung sind die aktuellen Einrichtungen zu weniger als 80 Prozent ausgelastet – ein neuer Bau sei daher nicht gerechtfertigt.

Elternvertreter:innen und der Förderverein Kita Alperof haben mehrfach versucht, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen. Am 6. März schickten sie einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch, erhielten jedoch keine Antwort. Nun wird ein zweites Schreiben vorbereitet, in dem die städtischen Angaben zu längeren Fahrzeiten für betroffene Familien infrage gestellt werden.

Als einziges verbleibendes kommunales Projekt gilt das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof, das auch die Kita Alperof aufnehmen soll. Doch hier gibt es noch offene Fragen zu Finanzierung und Baufortschritt, da ein externer Investor beteiligt ist. Unterdessen haben Aktivist:innen die Initiative "Kleine Füße, kurze Wege" gestartet, um auf die Bedeutung wohnortnaher Betreuungsangebote aufmerksam zu machen.

Der Förderverein fordert zudem ein direktes Gespräch mit dem Bürgermeister. Ziel ist eine transparente Diskussion über die langfristige Kita-Strategie der Stadt und die zugrundeliegenden Entscheidungsprozesse.

Mit der Streichung der beiden Projekte verbleibt in Willich nur noch ein Neubauvorhaben – doch auch hier sind die Finanzierungsfragen ungeklärt. Eltern und Initiativen setzen sich weiterhin für mehr Dialog und eine Überarbeitung des städtischen Konzepts ein. Ohne Kurskorrektur drohen Familien in Zukunft längere Wege und ein schrumpfendes Angebot an Betreuungsplätzen vor Ort.

Quelle