14 April 2026, 12:13

Vonovia-Chef fordert radikale Mietpreisbremse-Reform vor seinem Abschied

Schwarze und weiße architektonische Zeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, beschriftet als erstes Haus in Deutschland, begleitet von detaillierten Plänen und Text auf altem Papier.

Vonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia-Chef fordert radikale Mietpreisbremse-Reform vor seinem Abschied

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia, kritisiert die aktuellen Mietregulierungen als unzureichend und warnt, dass sie einkommensschwache Mieter nicht ausreichend schützen – im Gegenteil: Die Wohnungsnot werde durch das bestehende System noch verschärft. Seine Äußerungen fallen in eine Phase kontinuierlich steigender Mieten in ganz Deutschland.

Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sollte die rasant wachsenden Mietkosten in Ballungsräumen dämpfen. Sie begrenzt Neuvermietungen auf maximal zehn Prozent über dem örtlichen Durchschnitt. Doch Buch argumentiert, die Regelung schade mittlerweile genau jenen, die sie eigentlich entlasten sollte.

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Laut aktuellen Daten lag der bundesweite Durchschnittsmietpreis Ende September bei 8,11 Euro pro Quadratmeter. Bei Vonovia zahlten Mieter im Schnitt sogar 8,28 Euro – ein Anstieg von 4,3 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres.

Unter Buchs Führung wuchs Vonovia zum größten Immobilienkonzern Deutschlands. Durch Übernahmen wie Gagfah, Buwog und Deutsche Wohnen weitete das Unternehmen sein Portfolio deutlich aus. Im gleichen Zeitraum 2022 verbuchte Vonovia einen Nettogewinn von rund 3,4 Milliarden Euro – ein deutlicher Umschwung nach dem Verlust von 592 Millionen Euro im Vorjahr.

Buch wird das Unternehmen Ende des Jahres verlassen. Sein Nachfolger wird Luka Mucic, aktuell Finanzvorstand bei Vodafone und ehemaliger SAP-Manager.

Vonovias Forderung nach einer Reform unterstreicht die anhaltenden Spannungen um bezahlbaren Wohnraum in Deutschland. Angesichts weiter steigender Mieten und des bevorstehenden Führungswechsels wird die künftige Ausrichtung des Konzerns unter Mucic mit Spannung erwartet. Die Debatte über Mietpreisbremse und Wohnungsmarkt bleibt damit ein zentrales politisches Thema – zwischen den Interessen von Mietern und Vermietern.

Quelle