Stichtag verpasst: Warum viele Holzöfen in Deutschland jetzt verboten sind
Heinz-Josef ZirmeStichtag verpasst: Warum viele Holzöfen in Deutschland jetzt verboten sind
Holzöfen mit überhöhten Emissionen sind in Deutschland nun offiziell verboten
In ganz Deutschland sind Kaminöfen, die die zulässigen Emissionsgrenzen überschreiten, nun offiziell verboten. Die Bundesregierung hatte als Stichtag den 31. Dezember 2024 gesetzt, um ältere, stark verschmutzende Modelle schrittweise abzuschaffen. Doch die Umsetzung bleibt uneinheitlich – in einigen Bundesländern fehlen nach wie vor klare Regelungen für die Durchsetzung.
Grundlage für das Verbot ist eine Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung aus dem Jahr 2010. Diese schreibt vor, dass bis Ende 2024 Öfen, die zu viel Feinstaub ausstoßen, nachgerüstet oder stillgelegt werden müssen. Rheinland-Pfalz setzt diese Vorgaben bereits seit 2018 um, doch in Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es bis heute keine rechtliche Grundlage für die Kontrolle.
Umweltminister Oliver Krischer kündigte an, dass ab Januar 2026 Schornsteinfeger in NRW nicht konforme Öfen melden sollen. Doch ein offizieller Erlass zur Durchsetzung des Verbots fehlt – die Städte wissen daher nicht genau, wie sie vorgehen sollen. Johannes Osing vom Städtetag NRW warnte, dass eine plötzliche Flut an Meldungen die Kommunalverwaltungen überlasten könnte.
Ältere Öfen stoßen deutlich mehr Schadstoffe aus als moderne Modelle. Thomas Mücher, Gründer der Umweltschutzgruppe "Luft Köln", demonstrierte, dass ein einziger veralteter Ofen bis zu 28 Gramm Feinstaub pro Stunde ausstoßen kann. Wer nach der Frist noch verbotene Öfen nutzt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.
Das bundesweite Verbot für stark emittierende Öfen ist zwar in Kraft getreten, doch die Umsetzung hängt von den Ländern ab. Solange in NRW kein formeller Erlass vorliegt, müssen die Kommunen sich auf mögliche Herausforderungen bei der Handhabung nicht konformer Geräte einstellen. Besitzer älterer Öfen könnten bald mit Strafen rechnen – es sei denn, sie rüsten nach oder ersetzen ihre Anlagen.






