Solinger Vize-Bürgermeister bleibt trotz Korruptionsverdachts im Amt
Gotthold UllmannSolinger Vize-Bürgermeister bleibt trotz Korruptionsverdachts im Amt
Solingens stellvertretender Bürgermeister Jan Welzel bleibt vorerst im Amt – trotz laufender juristischer Auseinandersetzung. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat gegen eine Gerichtsentscheidung Berufung eingelegt, die seine vorläufige Suspendierung aufgehoben hatte. Hintergrund ist ein großangelegter Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit Aufenthaltstiteln.
Welzel war von der Bezirksregierung Düsseldorf vom Dienst suspendiert worden, nachdem ihm Verbindungen zu einer Schleuserbande vorgeworfen wurden. Die Gruppe soll wohlhabenden Staatsbürgern aus China und Oman gegen mögliche Schmiergeldzahlungen deutsche Aufenthaltstitel verschafft haben. Im April 2025 durchsuchte die Polizei im Rahmen der Ermittlungen Räumlichkeiten in acht Bundesländern.
Welzel wies die Vorwürfe öffentlich zurück und bezeichnete sie als voreilig und rufschädigend. Am 6. März 2026 setzte das Verwaltungsgericht Düsseldorf seine Suspendierung vorläufig aus (Aktenzeichen: 35 L 4353/25.O), ohne die Gründe wegen der Vertraulichkeit des Verfahrens zu nennen. Konkrete Anklagepunkte gegen ihn sind bisher nicht bekannt geworden.
Die Bezirksregierung hat nun gegen diesen Beschluss Widerspruch eingelegt. Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen wird über die Berufung entscheiden. Allerdings führt der Einspruch nicht automatisch zur Wiederherstellung der Suspendierung – Welzel bleibt daher bis auf Weiteres im Amt.
Das weitere juristische Verfahren wird zeigen, ob Welzels Suspendierung bestätigt oder aufgehoben wird. Bis dahin übt er weiterhin seine Aufgaben als Solingens stellvertretender Bürgermeister aus. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts wird die nächsten Schritte in dem Fall klären.






