Solinger Klinikum kämpft gegen Millionenverluste durch neues Spargesetz
Gotthold UllmannSolinger Klinikum kämpft gegen Millionenverluste durch neues Spargesetz
Städtisches Klinikum Solingen bereitet sich auf massive finanzielle Herausforderungen vor, da ein neues Spargesetz die Ausgaben im Gesundheitswesen um 2 Milliarden Euro kürzen könnte. Das Krankenhaus rechnet mit jährlichen Verlusten von rund 2 Millionen Euro – bei einer möglichen kumulativen Belastung von 14 Millionen Euro bis 2030, falls die Pläne umgesetzt werden. Die Krankenhausleitung betont jedoch, dass die Patientenversorgung trotz der Einschnitte nicht beeinträchtigt werde.
Hauptgrund für die finanzielle Belastung ist die geringere Erhöhung des Landesbasisfallwerts, einer zentralen Finanzierungskennziffer. Um die Verluste auszugleichen, hat das Klinikum bereits ein internes Sparprogramm gestartet: Rund 30 Stellen bleiben vorerst unbesetzt. Entlassungen sind nicht geplant, doch die Einsparungen sollen stattdessen bei der Medikamentenbeschaffung ansetzen – etwa durch den vermehrten Einsatz von Generika.
Eine einmalige Zusatzgebühr auf Rechnungen für gesetzlich Versicherte soll im November etwa 5,5 Millionen Euro einbringen. Langfristig setzt das Krankenhaus auf strukturelle Veränderungen, die jährlich Millionen einsparen sollen. Gleichzeitig läuft der Bau eines 170-Millionen-Euro-Modernisierungsprojekts weiter, wovon 90 Millionen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
Priorität bleibt der Haushaltsausgleich ohne Qualitätsverlust in der Versorgung. Strukturanpassungen und strengere Beschaffungsrichtlinien bilden nun das Rückgrat der Finanzstrategie. Sollte das Spargesetz verabschiedet werden, werden diese Maßnahmen darüber entscheiden, ob das Klinikum in den kommenden Jahren tiefere Defizite vermeiden kann.






