25 June 2026, 08:07

Presse-Großhändler kämpfen um ihre Existenz gegen FFF-Reformpläne

Grosso-Streit: Regionalgericht gibt Verlegern Recht

Presse-Großhändler kämpfen um ihre Existenz gegen FFF-Reformpläne

Der Großhandelsverband Presse (GVP) hat seinen juristischen Widerstand gegen die Pläne des FFF-Bündnisses zur Umstrukturierung der Presseverteilung verschärft. Die Vereinigung will die Änderungen bis Sommer 2023 gerichtlich stoppen – mit der Begründung, dass die Reform eine gesamte Wirtschaftsbranche bedroht.

Das FFF-Bündnis, zu dem große Verlage wie Axel Springer, die Bauer Media Group und die Süddeutsche Zeitung gehören, strebt an, die derzeit 13 regionalen Großhändler bis Ende 2026 durch einen zentralen Großhändler zu ersetzen. Vier sogenannte „Systempartner“ – 4Press, Qtrado, PVG und Trunk – sollen die neue Struktur unterstützen.

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Das Bundeskartellamt hatte sich kürzlich entschieden, nicht einzugreifen, nachdem die Verlage ihre ursprünglichen Pläne angepasst hatten. Der Großhandelsverband Presse verurteilte die Kündigung der Verträge jedoch als „bewusste und abgestimmte Zerstörung“ unabhängiger Unternehmen. Einige Großhändler, darunter Jost und PGSW, haben bereits rechtliche Schritte gegen die Vertragsbeendigungen eingeleitet.

Ein Rückschlag ereignete sich, als das Landgericht Dortmund Eilanträge der Unternehmen PDG und Lütkemeyer abwies. Trotz dieser Niederlage zeigten sich beide Firmen enttäuscht und kündigten an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um den Abbau der bestehenden Vertriebsnetze zu verhindern. Vorstandsmitglied Thorsten Mauch warnte, das FFF-Projekt könnte mit Klagen konfrontiert werden und einen chaotischen Übergangsprozess auslösen.

Der Rechtsstreit geht weiter, während die Großhändler um ihre Rolle in der Lieferkette kämpfen. Die Umstrukturierungspläne des FFF-Bündnisses bleiben vorerst auf Kurs, doch weitere Gerichtsentscheidungen könnten die Reform verzögern oder grundlegend verändern. Das Ergebnis wird die Zukunft der Presseverteilung in Deutschland maßgeblich prägen.

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