09 May 2026, 08:13

Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wie Heime gegen Personalmangel kämpfen

Alte Zeitung mit Illustrationen von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die den Gedanken einer Arztpraxis in jedem Haus fördern, umgeben von fettem Text in einem dekorativen Rahmen.

Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wie Heime gegen Personalmangel kämpfen

Pflegeheime in Düsseldorf und Mönchengladbach stehen unter wachsendem Druck, da die Nachfrage nach Langzeitpflege steigt. In beiden Städten ist jeder zehnte Einwohner auf Pflegeleistungen angewiesen. Einrichtungen wie das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt werben daher gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an, um den Personalmangel zu beheben. Doch der Bedarf an Pflege wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich stark ansteigen.

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Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt kämpft bereits seit Längerem mit Personalengpässen. Um gegenzusteuern, stellt die Einrichtung mittlerweile Pflegekräfte aus dem Ausland ein – darunter Abigail Blas, die aus den Philippinen nach Deutschland gekommen ist. Blas arbeitet nun in dem Heim, sammelt Berufserfahrung und unterstützt gleichzeitig ihre Familie in der Heimat.

Bewohner wie Ewald Overs, der seit Jahren im Caritas-Heim lebt, helfen gelegentlich bei kleinen Aufgaben mit, wenn es ihnen gesundheitlich möglich ist. Viele andere in der Einrichtung waren bereits vor ihrem Einzug auf Langzeitpflege angewiesen – ein Spiegel des demografischen Wandels in der Region.

Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Pflegequoten in Nordrhein-Westfalen: Mehr als jeder zehnte Einwohner bezieht hier Leistungen der Langzeitpflege. Verantwortliche führen dies auf die Geschichte der Stadt als traditionelles Arbeiterzentrum zurück, das einst von der Textilindustrie geprägt war. Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt fordert daher den Ausbau lokaler Pflegenetzwerke, die professionelle Angebote mit ehrenamtlicher Unterstützung verknüpfen.

In Düsseldorf werden fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Dennoch wird die Gesamtzahl der Hilfsbedürftigen bis 2050 voraussichtlich um ein Drittel steigen – eine zusätzliche Belastung für ein bereits angespanntes System.

Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte wie Blas hilft zwar, den akuten Personalmangel in Pflegeheimen zu lindern. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Langzeitpflege suchen Kommunen jedoch gleichzeitig nach Wegen, die nachbarschaftliche Unterstützung auszubauen. Die Herausforderung bleibt, in den kommenden Jahren professionelle Pflege mit bürgerschaftlichem Engagement und ehrenamtlichen Kräften in Einklang zu bringen.

Quelle