NRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Räumungen und steigende Nachfrage bedrohen Hilfe
Mirjana SchachtNRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Räumungen und steigende Nachfrage bedrohen Hilfe
Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen unter wachsendem Druck
In ganz Nordrhein-Westfalen geraten die Tafeln zunehmend unter Druck, da die Nachfrage steigt und gleichzeitig Einrichtungen schließen müssen. In Moers droht die örtliche Tafel ihren Standort zu verlieren, wenn der Mietvertrag ausläuft. Ähnliche Kämpfe um den Erhalt spielen sich in Düsseldorf und Bonn ab, wo Räumungen die Arbeit gefährden.
Die Moerser Tafel fungiert als wichtiges logistisches Zentrum für 14 weitere Tafeln im Niederrhein-Gebiet. Ihr Leiter, Raffaele Corda, engagiert sich seit 14 Jahren ehrenamtlich – doch wenn kein neuer Standort gefunden wird, könnte er zurücktreten. Die Stadt Moers unterstützt derzeit bei der Suche nach Alternativräumen.
Landweit versorgen die Tafeln in NRW bis zu 400.000 Menschen, wobei in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet, Köln, Düsseldorf und Münster die höchste Nachfrage herrscht. Viele Empfänger sind auf die monatlichen 563 Euro Bürgergeld angewiesen, die oft nicht für den Grundbedarf ausreichen.
Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl weist auf ein zentrales Problem hin: Bedürftige haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung durch die Tafeln und sind damit von unberechenbaren Spenden abhängig. Die Lage verschärft sich zusätzlich, da andere Einrichtungen – wie die Düsseldorfer Tafel – ihre Räumlichkeiten bereits verloren haben, während die Bonner Tafel kurz vor der Räumung steht.
Ohne stabile Standorte könnten die Tafeln in Nordrhein-Westfalen den steigenden Bedarf kaum noch decken. Der Verlust wichtiger Knotenpunkte wie Moers würde die Versorgungswege für kleinere Dependancen unterbrechen. Behörden und Ehrenamtliche arbeiten nun daran, rechtzeitig neue Räume zu sichern, bevor weitere Schließungen folgen.






