Bochum reformiert Taxi- und Fahrvermittlungspreise für mehr Wettbewerb und Fairness
Gotthold UllmannBochum reformiert Taxi- und Fahrvermittlungspreise für mehr Wettbewerb und Fairness
Bochum prüft derzeit, wie Taxis und Fahrvermittlungsdienste wie Uber oder Bolt ihre Preise festsetzen. Die Stadt strebt einen Ausgleich an: Einerseits soll der Wettbewerb gestärkt werden, andererseits sollen die Fahrpreise für Kunden fair bleiben. Bereits mit einem jüngsten Beschluss des Stadtrats wurden neue Regeln für beide Branchen eingeführt.
Die Freien Demokraten (FDP) drängen nun auf weitere Reformen und argumentieren, dass Taxis mehr Flexibilität benötigen, um mit den digitalen Anbietern wie Uber und Bolt konkurrieren zu können.
Am 12. März 2026 hatte der Bochumer Stadtrat eine vorläufige Einigung zu den Tarifen für Taxis und Fahrvermittler erzielt. Traditionelle Taxis durften ihre Preise um bis zu 15 Prozent anheben. Dienste wie Uber und Bolt hingegen unterliegen seitdem strengeren Obergrenzen – maximal 2 Euro pro Kilometer – und müssen sich an die lokalen Taxitarife halten.
Die FDP geht mit ihren Forderungen noch einen Schritt weiter: Ihr Vorschlag sieht vor, dass Taxis künftig auch günstigere Preise anbieten und – ähnlich wie bei Uber – vor Fahrtantritt Festpreise mit den Kunden vereinbaren dürfen. Um öffentliche Unterstützung für diese Pläne zu mobilisieren, könnte die Partei bald eine Petition starten.
Um die Möglichkeiten auszuloten, hat die Stadt ein Gutachten zu einem neuen Preismodell in Auftrag gegeben. Während in der Nachbarstadt Essen politische Uneinigkeit ähnliche Vorhaben blockiert, zeigt sich die Bochumer Verwaltung offen für Anpassungen der Vorschriften. Beamte signalisierten Bereitschaft, die Tarifregeln zu modernisieren, ohne zwingend die Mindestpreise für Fahrvermittler anzuheben.
Eine endgültige Entscheidung über das neue Modell wird für den Spätsommer erwartet.
In Essen hingegen scheiterte der Versuch, eine einheitliche Obergrenze von 3 Euro pro Kilometer für alle Anbieter festzulegen, an Widerständen. Die Grünen und die Linke lehnten den Vorschlag ab und schlagen stattdessen subventionierte Taxigutscheine vor, statt die Regulierung zu verschärfen. Ihr Gegenentwurf wurde in der letzten Ratssitzung am 15. März 2026 diskutiert.
Bochums Ansatz unterscheidet sich damit deutlich von dem Essens: Statt höhere Mindestpreise vorzugeben, setzt die Stadt auf flexible Tarifgestaltung. Das anstehende Gutachten wird die endgültige Ausrichtung der Politik prägen, eine Entscheidung soll in den kommenden Monaten fallen. Falls die Pläne umgesetzt werden, könnte dies die Arbeitsweise von Taxis und Fahrvermittlungsdiensten in der Stadt grundlegend verändern.






