04 April 2026, 16:12

NDR feuert Julia Ruhs – und löst damit eine Medien-Debatte aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Sprechen mit Reportern vor einem Gebäude mit bewölktem Himmel, umgeben von Menschen und Mikrofonen mit Ständern.

NDR feuert Julia Ruhs – und löst damit eine Medien-Debatte aus

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat Julia Ruhs als alleinige Moderatorin seines Reportagemagazins Klar abberufen. Die Entscheidung folgt auf Kritik aus Reihen prominenter Persönlichkeiten, obwohl der Sender zuvor alle drei von ihr moderierten Folgen abgesegnet hatte. Ruhs, die sich selbst als konservativ-liberal einordnet, wird das Format künftig weiterhin für den Bayerischen Rundfunk (BR) präsentieren.

Die Reaktionen auf den Schritt fallen gemischt aus – bekannte Medienstimmen äußern sich kontrovers zu dem Vorgang. Julia Ruhs hatte Klar seit Sendestart für den NDR moderiert. Trotz interner Freigabe ihrer Folgen teilte der Sender mit, sie werde das Programm nicht mehr führen. Als Nachfolgerin wurde Tanit Koch für die kommenden Ausgaben benannt.

Die Entscheidung löste eine Debatte unter Medienvertreter:innen aus. Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, kritisierte den NDR und forderte mehr Toleranz für unterschiedliche Perspektiven in den öffentlich-rechtlichen Sendern. "Wir müssen alle mehr aushalten können", betonte er. Ruhs selbst reagierte auf X (ehemals Twitter) und nannte die heute show "etwas gemein, aber sehr witzig".

Dagegen verteidigten die Komikerin Idil Baydar, bekannt als Jilet Ayse, und ZDF-Journalistin Bosetti die Haltung des NDR. Bosetti bezeichnete Ruhs' Stil als "Populismus und schlechten Journalismus". Auch Hamado Dipama, Mitglied des BR-Rundfunkrats, meldete sich zu Wort und warf Ruhs vor, Teil einer "rechtsextremen und neofaschistischen Unterwanderung" zu sein – Vorwürfe, zu denen sie sich bisher nicht öffentlich geäußert hat.

Ruhs begann ihre Karriere als BR-Volontärin und stieg innerhalb von drei Jahren zur Moderatorin auf. Für den BR, wo das Format Klar entstanden ist, wird sie die Sendung weiterhin präsentieren. Der NDR gab keine weiteren Gründe für seine Entscheidung an.

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Der Streit endet damit, dass Ruhs Klar ausschließlich für den BR moderiert, während der NDR mit Tanit Koch weitermacht. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen um politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ruhs' Medienzukunft bleibt vorerst mit dem BR verknüpft, wo sie ihre Tätigkeit nahtlos fortsetzt.

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