Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet brutale Tötung eines Obdachlosen
Gotthold UllmannTod eines Obdachlosen - Angeklagter bestreitet Vorwürfe - Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet brutale Tötung eines Obdachlosen
46-Jähriger mit ukrainischer und griechischer Staatsbürgerschaft in Neuss wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht
In Neuss muss sich derzeit ein 46-jähriger Ukrainer mit griechischem Pass wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der gewaltsame Tod eines 56-jährigen Obdachlosen. Der Angeklagte bestreitet jede Beteiligung. Bis Mitte Dezember sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt.
Unabhängig davon meldete die Polizei Neuss zwei Autodiebstähle am 10. März 2026 sowie die Festnahme einer 19-jährigen Frau wegen eines ähnlichen Delikts bereits am 7. März 2026.
Mordprozess: Angeklagter schildert Hilfeleistung, Staatsanwaltschaft wirft brutale Tat vor
Der Prozess begann mit der Aussage des Angeklagten, er habe dem 56-jährigen Opfer nach einer Auseinandersetzung geholfen. Der Mann sei in der Nähe des Rheinufers mehrfach gestürzt, bevor er in sein Zelt gebracht worden sei. Eine Mitschuld am Tod des Obdachlosen wies der Angeklagte von sich.
Die Staatsanwaltschaft hingegen wirft dem 46-Jährigen und einem 39-jährigen Komplizen vor, das Opfer gemeinsam angegriffen zu haben. Laut Anklage soll der 39-Jährige – der sich während der Untersuchungshaft das Leben nahm – die Attacke begonnen haben, während sich der Angeklagte daran beteiligte und den Mann brutal schlug. Beide Männer sollen den Schwerverletzten zurück in sein Zelt gebracht haben, wo er später starb.
Der Angeklagte räumte zwar einen Streit um einen Zeltplatz ein, bestritt aber jede Beteiligung an der Tötung. In den kommenden Wochen wird das Gericht weitere Beweise prüfen.
Autodiebstähle in Neuss: Zwei Taten in einer Nacht, eine Festnahme Tage zuvor
In anderen Fällen berichtete die Neusser Polizei von zwei Autodiebstählen in der Nacht zum 10. März 2026. Gegen 0.40 Uhr drang ein 36-jähriger Georgier in einen BMW in der Oberstraße ein, nachdem ein Passant ein lautes Geräusch gehört hatte. Kurz darauf versuchte derselbe Tatverdächtige, einen VW in der Hafenstraße aufzubrechen. Ein Zeuge verfolgte ihn, hielt ihn fest und übergab ihn der Polizei. Die Ermittlungen führt die Kriminalinspektion 14.
Drei Tage zuvor, am 7. März, wurde eine 19-jährige Frau festgenommen, nachdem sie auf dem Parkplatz in der Eichendorffstraße ein Auto aufgebrochen hatte. Ein 20-jähriger Zeuge alarmierte die Beamten, nachdem er ein lautes Geräusch und den Autonalarm gehört hatte. Seine präzise Beschreibung führte zur Festnahme der Verdächtigen, gegen die ein Richter Untersuchungshaft anordnete.
Fortsetzung des Prozesses, weitere Ermittlungen zu Autodiebstählen
Der Mordprozess wird mit fünf weiteren Verhandlungstagen bis Mitte Dezember fortgesetzt. Der Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft, während die Staatsanwaltschaft seine Beteiligung an der tödlichen Attacke nachweisen will. Unterdessen ermittelt die Polizei weiter zu den Autodiebstählen – ein Tatverdächtiger sitzt bereits in Haft, ein weiterer wird noch gesucht.






