Fachkräftemangel bei medizinischen Assistenzberufen sinkt drastisch um 88 Prozent
Gerlinde HeinrichFachkräftemangel bei medizinischen Assistenzberufen sinkt drastisch um 88 Prozent
Mangel an medizinischen Fachangestellten in Deutschland geht stark zurück
In den vergangenen Monaten hat sich der Fachkräftemangel bei medizinischen Assistenzberufen in Deutschland deutlich verringert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Zahl der unbesetzten Stellen im dritten Quartal 2025 im Vergleich zu Juni um 88 Prozent gesunken ist. Trotz dieser positiven Entwicklung bleiben die generellen Personalengpässe im Gesundheitssektor ein drängendes Problem.
Die Untersuchung wurde vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft durchgeführt. Demnach gab es im dritten Quartal 2025 nur noch 206 unbesetzte Stellen für medizinische Fachangestellte – ein drastischer Rückgang gegenüber den Vorquartalen.
Doch der Gesundheitssektor steht weiterhin vor langfristigen Herausforderungen. Demografische Veränderungen wie die alternde Bevölkerung und niedrige Geburtenraten lassen die Nachfrage nach medizinischem Personal steigen. Da die Generation der Babyboomer kurz vor dem Renteneintritt steht, prognostiziert der Berliner Arbeitsmarkt bis 2029 einen bundesweiten Fachkräftemangel von bis zu 220.000 Beschäftigten. Die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Lücken könnten sich auf bis zu 25 Milliarden Euro belaufen.
Das Gesundheitswesen zählt zwar zu den wenigen Branchen, in denen bis 2035 mit einem Beschäftigungswachstum gerechnet wird. Doch anhaltende Personalengpässe – insbesondere in der Pflege und bei medizinischen Berufen – belasten das System weiterhin.
Die deutliche Verringerung der offenen Stellen für medizinische Assistenzberufe bringt zwar eine gewisse Entlastung. Dennoch kämpft die deutsche Gesundheitsbranche weiterhin mit tiefgreifenden strukturellen Personalproblemen. Ohne weitere Gegenmaßnahmen werden die wirtschaftlichen und betrieblichen Folgen dieser Engpässe voraussichtlich bestehen bleiben.






