20 March 2026, 16:11

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte

Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit unter jungen Menschen mit der Funktionsweise der Demokratie. Nur noch die Hälfte der Befragten äußerte sich zufrieden – ein deutlicher Wandel in der Haltung. Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis über den Anstieg von Extremismus und Frauenfeindlichkeit, die gezielt junge Menschen in digitalen Räumen ansprechen.

Die Ergebnisse verdeutlichen Lücken in der klassischen politischen Bildung: Schulen kämpfen zunehmend damit, der Verbreitung radikaler Botschaften in digitalen Medien etwas entgegenzusetzen. Viele junge Menschen fordern daher mehr politische Diskussionen im Unterricht, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Die Studie unterscheidet drei Gruppen unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen: überzeugte Demokraten, solche mit brüchigem Demokratieverständnis und eine kleine, aber wachsende antidemokratische Minderheit. Fast die Hälfte der Befragten stimmte der Aussage zu, die Gesellschaft würde von einer dominierenden Einzelpartei profitieren – ein Zeichen für schwindendes Vertrauen in den Pluralismus.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Besonders stark ist der Rückhalt für die Demokratie bei den Unter-45-Jährigen gesunken, mit den niedrigsten Werten in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen. Bundesweite Erhebungen zeigen zwar einen leichten Rückgang demokratieskeptischer Einstellungen von 16,1 % im Jahr 2023 auf 14,4 % in 2025, doch der Rechtsextremismus nimmt zu – vor allem in jüngeren Bevölkerungsgruppen.

Digitale Plattformen wie soziale Netzwerke, Chatgruppen und Gaming-Communities haben sich zu zentralen Räumen für extremistische Anwerbung entwickelt. Ministerin Prien warnte, dass junge Menschen dort zunehmend gewaltverherrlichender Rhetorik, Frauenfeindlichkeit und radikalen Ideologien ausgesetzt seien.

Als Reaktion fordern 76 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr politische Bildung an Schulen. Die Studie legt nahe, dass modernisierte Lehrpläne demokratische Werte stärken und die Widerstandsfähigkeit gegen Manipulation erhöhen könnten.

Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an einer gestärkten politischen Bildung, um Online-Extremismus entgegenzuwirken. Schulen stehen unter Druck, ihre Ansätze anzupassen, da die digitale Radikalisierung zunimmt. Mit fast drei Vierteln der jungen Menschen, die sich mehr politische Debatten wünschen, macht die Studie die Notwendigkeit gezielter Reformen in der demokratischen Bildung deutlich.

Quelle