CDU Solingen startet Mobbing-Untersuchung in Kitas und Schulen der Stadt
Heinz-Josef ZirmeCDU Solingen startet Mobbing-Untersuchung in Kitas und Schulen der Stadt
Die Solinger CDU hat eine Untersuchung zu Mobbing in Kitas und Schulen der Stadt eingeleitet. Ziel der Initiative ist es, das Ausmaß des Problems zu erfassen und zu prüfen, wie wirksam die bisherigen Präventionsmaßnahmen sind. Parteivertreter betonen, dass es nicht darum gehe, das Personal an den Pranger zu stellen, sondern eine fundierte Diskussion über Lösungsansätze anzustoßen.
Im Rahmen der Erhebung werden mehrere zentrale Aspekte beleuchtet. Dazu zählen die Personalschlüssel in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie die Rolle von internen Fachkräften oder externen Anbietern in der Präventionsarbeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zunahme von Cybermobbing, insbesondere in Klassenchatgruppen, wo Konflikte zunehmend vom Schulhof in digitale Räume getragen werden.
Bundesweite Zahlen unterstreichen die Dimension des Problems: Eine Studie der Techniker Krankenkasse ergab, dass jedes sechste Schulkind in Deutschland bereits Mobbing erlebt hat. Auch die PISA-Studie 2022 zeigte, dass 21 Prozent der 15-Jährigen angeben, mindestens mehrmals im Monat gemobbt zu werden. Übertragen auf Solingen könnten demnach rund 2.800 Schülerinnen und Schüler betroffen sein.
Die CDU fordert zudem Aufklärung darüber, wie bestehende Anti-Mobbing-Programme evaluiert werden. Unklar ist etwa, nach welchen Kriterien ihr Erfolg gemessen wird und ob es belastbare Belege für langfristige Wirkungen gibt. Konkrete lokale Daten dazu, wie viele Kinder in Solingen in den vergangenen drei Jahren aufgrund von Mobbing oder digitaler Gewalt medizinische oder psychologische Hilfe benötigten, liegen jedoch nicht vor.
Das Thema wird nun in zwei wichtigen Ausschüssen beraten und rückt damit in den kommenden Wochen ganz nach oben auf die politische Agenda der Stadt. Die Untersuchung soll ein klareres Bild der Mobbing-Situation in Solinger Schulen und Kitas zeichnen und bewerten, ob die aktuellen Präventionsstrategien ihrem Zweck gerecht werden. Die Ergebnisse könnten künftige Maßnahmen prägen, um Kinder und Jugendliche besser vor Mobbing – sowohl im realen Leben als auch im Netz – zu schützen.






