17 April 2026, 16:24

"Angekommen": Wie Geflüchtete in Bergisch Gladbach ein neues Leben wagen

Gruppe von Menschen, die eine Fahne mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern halten, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenmasten bei einem bewölkten Himmel.

"Angekommen": Wie Geflüchtete in Bergisch Gladbach ein neues Leben wagen

Neue Ausstellung Angekommen zeigt Schicksale von Geflüchteten in bewegenden Fotografien

Zu den Porträtierten gehört Habte Abrahle, der aus Eritrea floh und heute in Bergisch Gladbach lebt. Die Schau im Kulturzentrum Himmel un Ääd läuft noch bis zum 6. Dezember und gibt Einblick in die Herausforderungen und Erfolge von Menschen, die sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen.

Abrahles Weg nach Deutschland war entbehrungsreich. Um Eritrea zu entkommen, durchquerte er die Sahara in einem überfüllten Lastwagen, fast ohne Nahrung oder Wasser. Als er 2015 schließlich Bergisch Gladbach erreichte, verbrachte er acht Monate in einem Zelt und weitere vier in einem Frachtcontainer.

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Trotz des harten Starts gab Abrahle nicht auf. Über die Initiative Welcome to Schildgen besuchte er einen Deutschkurs, wo Ehrenamtliche ihm halfen, für vier Jahre ein Zimmer zur Miete zu finden. Obwohl er anfangs mit Rassismus konfrontiert war, ließ er sich nicht entmutigen – heute gehören diese Probleme der Vergangenheit an.

Neben Arbeit und Sprachkurs erwarb Abrahle das B1-Zertifikat in Deutsch, während er gleichzeitig seine Familie in Eritrea und seine Frau in Äthiopien unterstützte. Er absolvierte Praktika – zunächst als Bäcker, später als Greenkeeper auf einem Golfplatz. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Mittlerweile hat er dort eine feste Anstellung.

2021 konnte endlich seine Frau zu ihm nach Deutschland nachziehen. Das Paar hat seitdem drei Kinder bekommen und baut sich gemeinsam eine neue Existenz auf. Ihre Geschichte und die anderer Geflüchteter werden am 28. November im Himmel un Ääd vorgestellt. Unter dem Titel Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen kommen zwei Geflüchtete im Gespräch mit der Moderatorin Margret Grunwald-Nonte in der Talkreihe Auf dem Sofa zu Wort.

Die Ausstellung und die anstehende Veranstaltung rücken das Durchhaltevermögen von Menschen wie Abrahle in den Fokus. Sein Weg – von der Wüstenüberquerung bis zu einem gesicherten Arbeitsplatz und dem Familiennachzug – steht für sowohl Leid als auch Fortschritt. Die Fotografien und persönlichen Berichte im Himmel un Ääd sollen das Verständnis für die Lebenswege von Geflüchteten in Deutschland fördern.

Quelle