03 March 2026, 02:18

Zugbegleiterin schildert 25 Jahre Gewalt – und fordert mehr Solidarität

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision auf den Schienen, umgeben von Menschen in Helmen, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel.

Zugbegleiterin schildert 25 Jahre Gewalt – und fordert mehr Solidarität

Mandy Brune, Zugbegleiterin aus Saerbeck, arbeitet seit 25 Jahren bei der Deutschen Bahn. Sie liebt ihren Beruf, doch regelmäßig wird sie mit verbalen Angriffen, Drohungen und einer beunruhigenden Gleichgültigkeit der Fahrgäste konfrontiert, wenn es zu Vorfällen kommt. Jetzt erhebt sie im Rahmen einer Gewerkschaftskampagne ihre Stimme – und fordert mehr Schutz für Beschäftigte im Verkehrssektor.

Brune hat in ihrer langen Karriere unzählige aggressive Auseinandersetzungen erlebt. Besonders belastend empfindet sie es, wenn Fahrgäste tatenlos zusehen, statt einzugreifen. Allein 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen 1.128 offizielle Angriffe auf Bahnmitarbeiter verzeichnet – alle von der Deutschen Bahn und der Polizei dokumentiert.

Die Gewerkschaftskampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" drängt auf Veränderung. Sie appelliert an die Fahrgäste, sich häufiger einzumischen, wenn Zugbegleiter mit Feindseligkeiten konfrontiert werden. Brune stellt bereits kleine Fortschritte fest: Einige Reisende nehmen mittlerweile Partei für sie, wenn es zu Bedrohungen kommt.

Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert schärfere Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem doppelt besetzte Schichten, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte gegen Bahnbedienstete. Die Kampagne zielt zudem darauf ab, die Öffentlichkeit über die täglichen Belastungen von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im Kundenservice aufzuklären.

Brunes Appell unterstreicht die anhaltenden Risiken für Bahnmitarbeiter. Der Vorstoß der Gewerkschaft für bessere Sicherheit und ein größeres Problembewusstsein der Fahrgäste könnte zu sichereren Arbeitsbedingungen führen. Die offiziellen Zahlen zeigen, dass Angriffe nach wie vor ein drängendes Problem sind – und machen die Ziele der Kampagne umso dringlicher.