13 March 2026, 14:11

ZDK reformiert sich radikal – und bricht mit dem Handwerk

Das BMW-Hauptquartier in Frankfurt, Deutschland, ein großes Glasgebäude mit Text darauf, mit Menschen auf der Straße davor und einem Baum auf der linken Seite.

ZDK reformiert sich radikal – und bricht mit dem Handwerk

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine internen Regeln grundlegend überarbeitet – ein Schritt, der nach eigenen Angaben mehr Transparenz bringen soll. Die im Januar 2024 beschlossenen Reformen erfolgen vor dem Hintergrund eines erbitterten Streits mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der in den letzten Monaten eskaliert ist. Die Änderungen beseitigen gemeinsame Governance-Strukturen und definieren neu, wie Werkstätten mit dem Verband verbunden sind.

Die neuen Satzungen ziehen eine klare Trennlinie zwischen den beiden Organisationen. Bisher besetzten ZDK und ZDH gemeinsame Schlüsselpositionen mit Personal – diese Praxis ist nun beendet. Ausschüsse werden künftig nur noch beratend tätig sein, während die Entscheidungsgewalt an der Spitze gebündelt wird, um widersprüchliche öffentliche Aussagen zu vermeiden.

Auch die Vertretungsregeln wurden geändert. Im alten System verfügte der ZDH über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium im ZDK-Vorstand. Nun wird nur noch ein Vertreter aus der Handwerksführung aufgenommen. Der ZDK betont, dass alle Personalentscheidungen künftig demokratisch in der Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Die Reformen führen zudem direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten ein. Damit soll verhindert werden, dass Innungen ohne organisatorische Unterstützung dastehen, falls ihre Landesverbände austreten. Der ZDK spricht von einem "bewusst herbeigeführten Szenario" durch den ZDH und wirft diesem vor, die Verbindungen kappen zu wollen. Der Konflikt eskalierte im Oktober 2025, als der ZDH 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge forderte – ein Vorstoß, den der ZDK als Versuch bezeichnete, den Verband "auszuhungern".

Obwohl der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen weitgehend an rechtlicher Brisanz verloren hat, zeigt sich der übergeordnete Konflikt ungebrochen. Der ZDK rechtfertigt die Umstrukturierung als notwendigen Schritt, um die Realitäten der Branche widerzuspiegeln und die eigene Struktur zu schützen.

Die Reformen markieren eine radikale Wende in der Arbeitsweise des ZDK und im Umgang mit seinen Mitgliedern. Werkstätten können nun direkt der Bonner Zentrale beitreten, ohne Umweg über die Landesverbände. Angesichts der finanziellen Forderungen des ZDH und dem Ende der gemeinsamen Governance scheinen die beiden Organisationen auf getrennten Wegen unterwegs zu sein.

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