Wolfram Weimers provokantes Buch fordert Gottes Rückkehr für Europas Rettung
Gotthold UllmannWolfram Weimers provokantes Buch fordert Gottes Rückkehr für Europas Rettung
Wolfram Weimer, Deutschlands Staatsminister für Kultur und Medien, hat ein neues Buch mit dem Titel „Sehnsucht nach Gott“ veröffentlicht. Darin argumentiert er, dass der Glaube an Gott unerlässlich sei, um Ordnung in Deutschland und Europa wiederherzustellen. Seine Thesen haben scharfe Kritik in führenden Zeitungen ausgelöst – manche werfen ihm vor, seine Argumente seien übertrieben oder haltlos.
Weimer, geboren 1964, ist seit langem eine prägende Figur in den deutschen Medien und der Politik. Seit Mai 2025 amtiert er als Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. In seinem jüngsten Werk liefert er eine leidenschaftliche Verteidigung des Christentums und warnt, dass Europa ohne diesen Glauben dem Untergang geweiht sei – ohne Staat, ohne Grundrechte, ja sogar ohne künftige Generationen.
Im Zentrum seiner These steht die Überzeugung, dass das Zeugnis eines Gläubigen mehr Gewicht habe als das eines Atheisten. Für Europas Niedergang macht er Relativisten, kulturelle Masochisten und Religionszerstörer verantwortlich. Die Rückkehr Gottes sei für ihn keine tröstliche Illusion, sondern ein notwendiger Kampf gegen äußere und innere Bedrohungen. Das Buch beleuchtet auch religiöse Motive in Musik und Tradition. So deutet Weimer das Magnificat als revolutionären Hymnus, der die Mächtigen herausfordert und die Entrechteten erhebt. In diesem Jahr wird sein eigener Kirchenchor Bachs Weihnachtsoratorium zusammen mit dem Magnificat aufführen – eine Bestätigung seines Glaubens an die Kraft des Christentums als treibende Veränderung.
Die Kritik an Weimer hält sich nicht zurück. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete ihn als „Schwätzer“, die Süddeutsche Zeitung sein Medienimage als „Potemkinsches Dorf“ – prunkvoll in der Fassade, doch ohne Substanz. Besonders skeptisch wird seine Behauptung betrachtet, allein der Glaube könne Europas Zukunft sichern. Weimers Vision ist unerschrocken kühn: Er berufen sich auf die Philosophin Iris Murdoch, die Gott als den „leeren Raum“ beschrieb, „den wir mit unseren Taten füllen“, besteht aber darauf, dass diese Rückkehr zum Glauben Anstrengung verlange – nicht nur Trost. Ob sein Appell Widerhall findet oder in der Kritik verhallt, bleibt abzuwarten.
Weimers Buch hat die religiösen und kulturellen Debatten wieder in den Fokus gerückt. Seine Forderung nach einer prägenden Rolle des Christentums für den gesellschaftlichen Zusammenhalt prallt auf Kritiker, die seine Argumente als überzogen oder substanzlos abtun. Nun stellt sich die Frage: Wird seine Vision Gehör finden – oder als bloße Rhetorik abgetan?
