24 March 2026, 02:12

Willichs neues Wohngebiet Moltkedorf spaltet Bürger zwischen Hoffnung und Protest

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünpflanzen auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Willichs neues Wohngebiet Moltkedorf spaltet Bürger zwischen Hoffnung und Protest

Willich steht vor akutem Wohnraummangel durch wachsende Bevölkerung

Die Stadt Willich plant zur Deckung des Bedarfs ein neues Wohngebiet namens Moltkedorf auf einem 2,9 Hektar großen Gelände. Doch Anwohner äußern massive Bedenken wegen zunehmenden Verkehrs, Lärmbelastung und des Verlusts von Grünflächen.

Das Projekt sieht den Bau von 200 Wohneinheiten vor, darunter Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und mehrgeschossige Wohnblocks. Zwar wirbt die Stadt für ein klimafreundliches Quartier mit Fuß- und Radwegen, doch viele Bürger befürchten erhebliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität.

Das Gelände des geplanten Moltkedorf diente bisher als Flüchtlingsunterkunft, die die Stadt bis Jahresende schließen will. Obwohl die Fläche ursprünglich als Freiraum und Erholungsgebiet ausgewiesen war, soll sie nun in Wohnraum umgewandelt werden. Der Zugang zum neuen Viertel erfolgt über die Moltkestraße, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem alle Gebäude verbinden soll. Um Staus zu vermeiden, sind Parkplätze, Garagen und sogar eine Tiefgarage in Planung.

Anwohner kritisieren vor allem die Dimensionen des Projekts, insbesondere die viergeschossigen Gebäude in der Nähe von Kleingartenanlagen. Sie warnen, dass der zusätzliche Verkehr bestehende Probleme verschärfen werde – etwa blockierte Rettungswege und knappen Parkraum. Lärmbelästigung ist ein weiteres zentrales Thema; viele fragen sich, wie sich das Bauvorhaben auf ihren Alltag auswirken wird.

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Auch ökologische Bedenken kommen auf: Bürger fordern den Erhalt eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35, der als Lebensraum für Tiere dient und als natürliche Barriere das Mikroklima verbessert sowie Regenwasser aufnimmt. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen Anwohner ihre Sorgen über schrumpfende Grünflächen, hohe Bebauungsdichte und die langfristigen Folgen für die Klimaanpassung.

Die Stadt plant Innenhöfe mit Grünflächen und Wegen, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden. Zwar betonen die Verantwortlichen das Ziel eines gesunden Wohnumfelds, doch die Skepsis der Bürger bleibt – ob die Vorteile die Nachteile überwiegen werden.

Die Einwohnerzahl Willichs stieg von 49.413 im Jahr 2024 auf 50.212 im Jahr 2023, was den steigenden Wohnraumbedarf unterstreicht. Die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt mit zahlreichen Arbeitsplätzen und Unternehmen treibt das Wachstum voran und macht Projekte wie Moltkedorf für die Kommunalpolitik zur Priorität.

Das Vorhaben soll mit 200 neuen Wohnungen und besseren Fußgängerverbindungen die Wohnungsnot lindern. Doch die Kritik der Anwohner an Verkehr, Lärm und Grünflächenverlust hält an. Nun muss die Stadt einen Ausgleich zwischen Bauplänen und Bürgerinteressen finden, bevor die Bagger anrollen.

Quelle