Willich gedenkt Holocaust-Opfern mit bewegender Schülerinitiative gegen das Vergessen
Gerlinde HeinrichWillich gedenkt Holocaust-Opfern mit bewegender Schülerinitiative gegen das Vergessen
Feierliche Gedenkveranstaltung in Willich: Erinnerung an die Opfer des Holocaust
In Willich fand eine würdevoll gestaltete Gedenkfeier statt, die der Opfer des Holocaust gedachte. Organisiert von örtlichen Schülerinnen und Schülern, versammelte die Veranstaltung politische Vertreter, Lehrkräfte und Religionsvertreter, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und ihre Lehren für die Gegenwart zu reflektieren. In ihren Reden warnten die Teilnehmer vor dem wachsenden Antisemitismus und betonten die zentrale Rolle von Bildung im Kampf gegen Hass.
Die Feier begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle, gefolgt von einer Kranzniederlegung am Holocaust-Mahnmal. Anschließend trafen sich die Anwesenden im Pädagogischen Zentrum der Schule zu Ansprachen und persönlichen Reflexionen.
Schülerinnen und Schüler der 10. und 13. Klassen hatten die Vorbereitungen geleitet und Transparente gestaltet, um an die lokalen Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Zu den Gedenkenden zählten Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach sowie weitere jüdische Bürgerinnen und Bürger Willichs, die während des Holocaust ermordet wurden. Den Abschluss bildete die Präsentation von Roll-up-Displays, die über das Schicksal der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich informierten.
Schulleiterin Andrea Großkraumbach unterstrich in ihrer Rede die Bedeutung von Bildung bei der Wertevermittlung und der Bekämpfung von Vorurteilen. Gleichzeitig warnte sie vor den zunehmenden Gefahren durch Antisemitismus, Rassismus und Feindseligkeit. Max Mamrotski, Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, zog Parallelen zwischen dem Holocaust und heutiger Hasskriminalität und rief das Publikum auf, Gleichgültigkeit und Diskriminierung entschlossen entgegenzutreten. Bürgermeister Christian Pakusch kritisierte Versuche rechtsextremer Kreise, die Gräueltaten des Holocaust zu verharmlosen, und äußerte Besorgnis über aktuelle politische Entwicklungen in den USA.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Marc Riedl, der eine Klavierversion von Bodo Wartkes Lied Das Land, in dem ich leben will spielte.
Die Gedenkfeier machte deutlich, wie wichtig Erinnerung und aktiver Widerstand gegen Hass sind. Veranstalter und Teilnehmer betonten übereinstimmend, dass Bildung und öffentliches Bewusstsein entscheidend seien, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt. Die Feier war zugleich eine Hommage an die Vergangenheit und ein Appell zum Handeln in der Gegenwart.
