06 February 2026, 18:27

Wie Museen neue Zielgruppen gewinnen: Strategien der Jahreskonferenz in Lünen

Eine Gruppe lächelnder Menschen mit Taschen steht vor einer Rolltreppe im National Book Festival 2019, mit Treppen, Geländern und einer Wand im Hintergrund.

Wie Museen neue Zielgruppen gewinnen: Strategien der Jahreskonferenz in Lünen

Jahreskonferenz des Visitor Research Network im Lünener Stadtmuseum

Am 2. Februar 2023 fand die jährliche Konferenz des Visitor Research Network im Lünener Stadtmuseum statt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die Frage, wie Museen Zielgruppen erreichen können, die selten oder nie Kulturinstitutionen besuchen – unter dem Motto "Fast da! – (Nicht-)Besucher:innen im Dialog". Referent:innen und Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland kamen zusammen, um Strategien zur Erschließung breiterer Bevölkerungsgruppen zu diskutieren.

Die Konferenz wurde von Bürgermeisterstellvertreter Dr. Christian Klicki und Thomas Schmäschke, stellvertretendem Vorsitzender des Museumsverbands Nordrhein-Westfalen, eröffnet. Beide betonten die wachsende Notwendigkeit für Museen, stärker mit unterrepräsentierten Gruppen in Kontakt zu treten – darunter Kinder, Jugendliche und einkommensschwache Besucher:innen.

Wissenschaftler:innen lieferten während der Veranstaltung zentrale Impulse. Prof. Dr. Martin Tröndle, Dr. Thomas Renz und Prof. Dr. Bernd Günter präsentierten Forschungsergebnisse dazu, wie Kultureinrichtungen "Nicht-Besucher:innen" besser einbinden können. Die Diskussionen umfassten aktuelle Entwicklungen wie die Teilhabecard, die ermäßigten oder kostenlosen Museumszugang ermöglicht, sowie jugendgerechte Ausstellungsformate.

Die Konferenz stellte auch praktische Beispiele inklusiver Programmgestaltung vor. In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Museen Initiativen wie interkulturelle Schulungen für Mitarbeiter:innen oder Kooperationen mit Schüler:innengruppen eingeführt. Einige Häuser experimentieren sogar mit der Idee von eigenen Kindermuseen, um frühzeitig Interesse an Kultur zu wecken. Expert:innen wiesen jedoch darauf hin, dass bundesweite Daten zu diesen Bemühungen nach wie vor begrenzt sind.

Das Lünener Stadtmuseum selbst demonstrierte sein Engagement für Barrierefreiheit: Die Teilnehmer:innen erhielten Führungen durch die Dauerausstellung und konnten so die lokale Vermittlungsarbeit des Museums direkt erleben. Der Museumsverband Nordrhein-Westfalen lobte im Nachgang die Organisation der Veranstaltung und hob die professionelle Herangehensweise des Museumsteams hervor.

Die Konferenz brachte Fachleute aus Museen, Hochschulen und Kultureinrichtungen zusammen. Ihre Debatten unterstrichen die Bedeutung innovativer Ansätze – von politischen Reformen bis hin zu kreativen Partnerschaften. Zwar gibt es Fortschritte, doch bleibt der Bedarf an umfassenderen Daten und nachhaltigen Anstrengungen weiterhin deutlich.

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