Wie ein 1.000-jähriger Hof in NRW mit radikaler Modernisierung überlebt
Gerlinde HeinrichWie ein 1.000-jähriger Hof in NRW mit radikaler Modernisierung überlebt
Ein 1.000 Jahre alter Familienbetrieb in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) durchlebt einen radikalen Wandel, um zu überleben. Friedrich Wilhelm Haver-Rassfeld, der heutige Inhaber, modernisiert den Hof, um seine Zukunft zu sichern. Zu seinen Plänen gehören Automatisierung, ökologischer Landbau und sogar die Umnutzung alter Scheunen in neue Geschäftsräume.
Haver-Rassfeld übernahm den Geflügelbetrieb in den 1980er-Jahren, stellte aber bald fest, dass traditionelle Methoden nicht mehr rentabel waren. Angesichts finanzieller Engpässe beschloss er, den Hof mit einer Mischung aus Innovation und Diversifizierung grundlegend umzugestalten.
Im Rahmen der Veränderungen erhalten alte Gebäude neues Leben: Aus einem Schweinestall wird ein Hofladen, eine Schafsscheune wird zu einem Veranstaltungsraum umgebaut. Selbst ein historisches Fachwerkhaus wird restauriert. Gleichzeitig entstehen aus Ställen und Scheunen Büros und Feierlocations. Doch nicht nur baulich tut sich etwas – der Betrieb steigt in die nachhaltige ökologische Landwirtschaft und den Direktvertrieb ein. Die Milchproduktion soll ausgebaut, erneuerbare Energien in die Betriebsabläufe integriert werden. Zudem denkt Haver-Rassfeld über den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten nach. Bis 2030 will er seine Kinder in den Betrieb einbinden, um eine reibungslose Hofübergabe zu gewährleisten.
Doch das Projekt ist nicht ohne Hindernisse: Bürokratische Hürden bremsen den Fortschritt und lassen Haver-Rassfeld zweifeln, ob sich der Aufwand am Ende auszahlen wird.
Die Umgestaltung des Hofs sorgt für Aufmerksamkeit – viele loben Haver-Rassfelds mutigen Ansatz. Viele sehen in seiner Anpassung einen notwendigen Schritt, um in der modernen Landwirtschaft zu bestehen. Sollte sein Modell Erfolg haben, könnte es anderen kämpfenden Familienbetrieben als Vorbild dienen.
