26 April 2026, 08:13

Wie die Dresdner Obergraben-Presse Kunst und Handwerk revolutionierte

Schwarz-weiß-Illustration einer alten Buchseite mit einer großen Auditoriumszeichnung in Berlin, Deutschland, aus dem Jahr 1912, mit begleitendem Text zur Beschreibung des Theaters.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse Kunst und Handwerk revolutionierte

In den 1970er-Jahren verwandelte eine Gruppe von Künstlern in Dresden eine kleine Druckwerkstatt in ein Zentrum für kreatives Experimentieren. Was als Suche nach anspruchsvolleren Projekten begann, entwickelte sich bald zu einem kollektiven Vorhaben, das Druckkunst, Verlagswesen und Galeriearbeit unter einem Dach vereinte. Die Dresdner Obergraben-Presse wurde zu einem Ort, an dem Kunst und Handwerk auf unerwartete Weise verschmolzen.

Die Idee nahm Gestalt an, als Jochen Lorenz, gelernter Drucker, die Routineaufträge wie das Drucken von Fahrplänen leid war. Er sehnte sich nach Projekten mit größerer künstlerischer Tiefe. Zur gleichen Zeit verfeinerte A.R. Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Oberground und erforschte, wie Kunst aus verborgenen Räumen in die Öffentlichkeit gelangen könnte. 1971 gründete er mit anderen die Künstlervereinigung Lücke, die sich jedoch bereits 1976 wieder auflöste.

Aus dieser kreativen Energie heraus entstand die Dresdner Obergraben-Presse. Sie fungierte zugleich als Künstlerkollektiv, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie. Eberhard Göschel und Peter Herrmann, die seit 1976 in der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums aktiv waren, spielten dabei eine zentrale Rolle. Herrmann besaß eine italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann sorgfältig für den Einsatz restaurierte.

1978 bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Dieser Raum wurde zum Experimentierfeld für neue Ideen und ermöglichte der Gruppe, ihre Versuche über die traditionelle Druckkunst hinaus auszuweiten.

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Die Dresdner Obergraben-Presse brachte Drucker, Künstler und Theoretiker in einem gemeinsamen Arbeitsraum zusammen. Ihre Zusammenarbeit verwandelte eine einfache Druckerei in einen Ort, an dem Kunst, Verlagswesen und Ausstellung verschmolzen. Das Projekt hinterließ Spuren in der Dresdner Kulturszene und zeigte, wie aus kleinen Initiativen nachhaltige kreative Unterfangen entstehen können.

Quelle