Wasserstoff-Ziele in Gefahr: Warum Deutschlands Elektrolyseur-Ausbau stockt
Gerlinde HeinrichWasserstoff-Ziele in Gefahr: Warum Deutschlands Elektrolyseur-Ausbau stockt
Deutschlands Vorstoß zum Ausbau der Elektrolyseur-Kapazitäten stößt auf ernste Hindernisse. Trotz ehrgeiziger Ziele bremsen hohe Kosten und Finanzierungsengpässe wichtige Projekte aus. Entwickler warnen, dass Verzögerungen die Wasserstoffziele des Landes bis 2030 gefährden könnten.
Aktuell verfügt Deutschland über lediglich 181 Megawatt installierte Elektrolyseur-Leistung. Die überarbeitete Nationale Wasserstoffstrategie sieht bis 2030 eine Kapazität von 10 Gigawatt vor. Selbst wenn alle angekündigten Projekte umgesetzt werden, könnte die Leistung auf 8,7 Gigawatt steigen – und damit das offizielle Ziel verfehlen.
Mehr als 20 für 2026 geplante Vorhaben stecken noch in frühen Phasen fest. Keines hat eine endgültige Finanzierung gesichert oder einen Spatenstich-Termin festgelegt. Ein zentrales Problem ist das klassische Henne-Ei-Dilemma: Investoren zögern ohne garantierte Nachfrage, während Verbraucher die hohen Preise scheuen. RWE treibt die geplanten Erweiterungen voran und will seinen Standort in Lingen im Rahmen des GET H2 Nukleus-Projekts von 100 auf 300 Megawatt bis 2027 ausbauen. Doch selbst dieses Vorhaben ist noch nicht finanziert. Bis Ende 2027 könnten bis zu 1,5 Gigawatt in Betrieb gehen – vorausgesetzt, die Verzögerungen lassen nach und die Finanzierung verbessert sich.
Die Kluft zwischen Deutschlands Wasserstoff-Ambitionen und der Realität wird immer größer. Ohne schnellere Finanzierungszusagen und eine stärkere Nachfrage drohen viele Projekte weitere Verschiebungen. Die Erfüllung des 2030-Ziels hängt nun davon ab, die Kostenschranken zu überwinden und langfristige Investitionen zu sichern.
