12 February 2026, 04:25

Wasserstoff-Ausbau in Deutschland stockt – Gasverbrauch steigt überraschend an

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der weitere Datendetails bereitstellt.

Wasserstoff-Ausbau in Deutschland stockt – Gasverbrauch steigt überraschend an

Deutschlands Wasserstoff-Ausbau stockt – Gasverbrauch steigt wieder an

Laut dem auf der Energiefachmesse E-world energy & water in Essen vorgestellten Gasbilanz-2025-Bericht kommt der geplante Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland nur langsam voran. Viele Projekte liegen aufgrund gestiegener Stromkosten, regulatorischer Unsicherheiten und fehlender langfristiger Abnahmeverträge auf Eis. Gleichzeitig nimmt die Abhängigkeit des Landes von Erdgas wieder zu – der Verbrauch stieg 2025 um 3 Prozent.

Bis 2024 hatte Deutschland Elektrolyseprojekte mit einer Gesamtleistung von über 11 Gigawatt (GW) angekündigt, die bis 2030 fertiggestellt werden sollten. Doch nur noch 7,2 GW gelten als sicher umsetzbar. Hohe Strompreise, unklare Vorschriften und ausbleibende Absicherungsverträge zwingen die Branche zu Verzögerungen oder Projektstreichungen. Trotz dieser Rückschläge gibt es Fortschritte bei der Infrastruktur: 2025 wurden rund 525 Kilometer Wasserstoff-Pipelines fertiggestellt – das Rückgrat des künftigen Netzes.

Der Bericht unterstreicht zudem die anhaltende Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern. Anfang 2025 deckten Gas- und Kohlekraftwerke aufgrund geringer Erneuerbaren-Einspeisung 72 Prozent des Strombedarfs. Mit dem geplanten Kohleausstieg fallen über 30 GW gesicherter Leistung weg – die Sorge um die Netzstabilität wächst. Dringend werden steuerbare Ersatzkapazitäten benötigt, um die Lücke zu schließen.

Der Gasverbrauch kletterte 2025 auf 835 Terrawattstunden (TWh) und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch erhöhte sich von 25,9 auf 26,9 Prozent. Die deutsche Stromerzeugung bleibt im europäischen Vergleich besonders CO₂-lastig: Mit durchschnittlich 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde liegt sie deutlich über dem britischen Wert von rund 180 Gramm. Biomethan gewinnt zwar an Bedeutung – 2025 wurden 11,5 TWh ins Gasnetz eingespeist –, doch regulatorische Hürden bremsen eine breitere Nutzung.

Trotz der Herausforderungen gibt es auch Fortschritte: Der US-amerikanische Anbieter Plug Power lieferte einen 10-Megawatt-Elektrolyseur an die Raffinerie des Energiekonzerns Galp im portugiesischen Sines. In Deutschland sollen die drei Chempark-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen bis 2030 an das Wasserstoffnetz angebunden werden.

Die Gasbilanz 2025 zeigt: Deutschlands Wasserstoffpläne scheitern bisher an praktischen Hindernissen – von hohen Kosten bis zu bürokratischen Verzögerungen. Der Gasbedarf steigt, und die Stromversorgung bleibt stark von fossilen Energieträgern abhängig. Ohne klarere politische Weichenstellungen und stärkere Investitionsanreize droht der Umstieg auf saubere Energieträger weiter zu ins Stocken zu geraten.

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