Warnstreiks in NRW legen Kitas und Krankenhäuser lahm – ver.di fordert 500 Euro mehr
Mirjana SchachtErste Warnstreiks bei Awo-Kindergärten - Warnstreiks in NRW legen Kitas und Krankenhäuser lahm – ver.di fordert 500 Euro mehr
Warnstreiks legen ab Mittwoch, 4. Februar, soziale Dienstleistungen in Nordrhein-Westfalen (NRW) lahm
Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniederlegungen in Schulen, Krankenhäusern und Kitas aufgerufen – als Teil des anhaltenden Tarifstreits mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Beschäftigte in Köln, Essen, Aachen und anderen Regionen beteiligen sich an den Protesten und fordern höhere Löhne sowie bessere Arbeitsbedingungen.
Die Streiks beginnen am Mittwoch, begleitet von Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln. Betroffen sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, darunter AWO-Mitarbeiter:innen, die sich am Tarifkonflikt im Sozialbereich beteiligen. Allein in Essen müssen 23 AWO-Kitas mit Einschränkungen rechnen: Einige richten Notbetreuungen ein, führen Gruppen zusammen oder schließen vorübergehend.
Am Donnerstag, 5. Februar, weiten sich die Ausstände auf Ostwestfalen-Lippe aus. In Herford ist eine Demonstration geplant, während AWO-Einrichtungen in den Kreisen Rhein-Erft, Bonn und Rhein-Sieg ebenfalls betroffen sein werden. Die Gewerkschaft sicherte jedoch zu, dass die Pflege von Bewohner:innen in Kölner Seniorenheimen trotz des Streiks aufrechterhalten wird.
Forderungen: 500 Euro mehr – und bessere Bedingungen für Azubis Ver.di verlangt eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro für alle AWO-Beschäftigten sowie 300 Euro zusätzlich für Auszubildende. Zudem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder und verbesserte Rahmenbedingungen für Auszubildende. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als unrealistisch ab und verweisen auf knappe Haushalte im Sozialsektor.
Die Warnstreiks folgen früheren Protesten in NRW, die bereits Schulen in Arnsberg, Düsseldorf, Detmold und Münster sowie Krankenhäuser in Aachen, Köln und Bonn trafen. Zwar sind bundesweit über 920.000 Beschäftigte im Sozialbereich von dem Tarifkonflikt betroffen, doch konkrete Streikpläne außerhalb NRWs für Februar 2025 stehen noch aus.
Die Arbeitsniederlegungen werden Kitas, Schulen und Krankenhäuser in zentralen NRW-Regionen beeinträchtigen. Die Arbeitgeber halten die Forderungen für nicht finanzierbar – die Verhandlungen sind damit festgefahren. Sollte es in den kommenden Tagen keine Einigung geben, sind weitere Ausstände wahrscheinlich.
