Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Heinz-Josef ZirmeWarendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen dreier umstrittenen Straßen trotz der Empfehlung eines Bürgergremiums, sie umzubenennen, beizubehalten. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über die Wagenfeldstraße, den Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße. Als Hauptgründe für die Ablehnung der Änderungen führten die Ratsmitglieder die Kosten und die lokale Meinung an.
Der Streit hatte begonnen, als ein Bürgerbündnis die Umbenennung der Straßen wegen möglicher historischer Belastungen vorgeschlagen hatte. Allerdings gab es keine Belege dafür, dass die Namensgeber in der NS-Zeit in der deutschen Verwaltung oder Justiz eine Rolle spielten. Statt einer Umbenennung zog der Rat Kompromisslösungen in Betracht, etwa die Anbringung eines Zitats des ortsansässigen Autors Paul Schallück auf den Straßenschildern. Diese Vorschläge wurden letztlich verworfen.
Die Ersetzung der Straßenschilder hätte die Stadt 5.700 Euro gekostet – ein Betrag, den die Mehrheitskoalition aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) für nicht vertretbar hielt. Ratsmitglied André Wenning argumentierte, die Präferenzen der Anwohner hätten mehr Gewicht als die Empfehlungen des Gremiums. Unterdessen bleibt eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus erhalten.
Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, kritisierte die Entscheidung als verpasste Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte. Trotz der Gegenstimmen sorgt die Abstimmung dafür, dass die Straßennamen vorerst unverändert bleiben.
Mit dem Beschluss behalten die Wagenfeldstraße, der Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße ihre bisherigen Namen. Die Stadt spart zwar die 5.700 Euro für neue Schilder, doch die Debatte über den Umgang mit historischer Erinnerung bleibt ungelöst. Fürs Erste ändert sich in Warendorf nichts am Status quo.






