Wanderungsströme kehren sich um: Warum Ostdeutsche Siegen-Wittgenstein nun verlassen
Heinz-Josef ZirmeWanderungsströme kehren sich um: Warum Ostdeutsche Siegen-Wittgenstein nun verlassen
Seit der Wiedervereinigung sind über 12.700 Menschen aus Ostdeutschland in den Kreis Siegen-Wittgenstein gezogen. Die Wanderungsbewegungen zwischen den Regionen haben sich im Laufe der Zeit gewandelt: Den Höhepunkt erlebte die Migration in den frühen 1990er-Jahren. Aktuell zeigt sich jedoch ein neuer Trend – mittlerweile verlassen mehr Einwohner die Region in Richtung ostdeutsche Bundesländer, als aus diesen zuziehen.
Die größte Migrationswelle gab es 1991, als fast 1.200 Menschen aus den neuen Bundesländern nach Siegen-Wittgenstein kamen. Seitdem haben sich die Zahlen auf einem gleichmäßigeren Niveau eingependelt. Seit 2010 liegen die jährlichen Zuzüge stabil zwischen 200 und 300 Personen.
Am meisten Zuzug verzeichnete der Kreis aus Sachsen-Anhalt, während aus Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten Menschen zuwanderten. Doch die Bewegung verlief nicht nur in eine Richtung: Seit 1991 haben rund 9.200 Menschen Siegen-Wittgenstein verlassen, um in Ostdeutschland eine neue Heimat zu finden.
In den letzten Jahren hat sich das Blatt gewendet. Seit 2020 wandern mehr Einwohner aus Siegen-Wittgenstein in die neuen Bundesländer ab, als aus diesen in die Region kommen.
Die Migrationsströme zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland haben sich seit der Wiedervereinigung deutlich verändert. Nach einem Höhepunkt in den frühen 1990er-Jahren stabilisierten sich die Zahlen über Jahre hinweg. Nun verlassen – erstmals seit Jahrzehnten – mehr Menschen die Region in Richtung ostdeutsche Bundesländer, als dorthin ziehen.






