15 February 2026, 12:20

US-Klimaforscher fliehen in Richtung Europa – Deutschland profitiert vom amerikanischen Exodus

Eine detaillierte Karte von Berlin, Deutschland, mit der Universität Münster in der Mitte, die ihre Gebäude, Straßen und Annehmlichkeiten zeigt, zusammen mit textuellen Informationen über die Größe, den Standort und die Einrichtungen der Universität.

US-Klimaforscher fliehen in Richtung Europa – Deutschland profitiert vom amerikanischen Exodus

US-Forscher blicken zunehmend nach Europa – Klimawissenschaft in den USA vor ungewisser Zukunft

Angesichts wachsender Unsicherheiten bei der Finanzierung der Klimaforschung in den USA richten amerikanische Wissenschaftler ihren Blick vermehrt auf Europa – insbesondere auf Deutschland. Spitzenuniversitäten wie Harvard und Stanford verzeichneten unter der Regierung Trump zunächst drastische Kürzungen, bevor die Mittel unter Präsident Biden wieder aufgestockt wurden. Doch angesichts politischer Verschiebungen und sich ändernder Prioritäten suchen nun viele Forscher nach Alternativen im Ausland.

Zwischen 2017 und 2021 ging die staatliche Förderung für Klimaforschung in den USA deutlich zurück. Behörden wie die National Science Foundation (NSF) und die Umweltschutzbehörde EPA strichen klimarelevante Zuschüsse um 15 bis 20 Prozent – ein harter Schlag für Eliteeinrichtungen. Harvard, Stanford und Princeton meldeten in dieser Zeit rückläufige öffentlich finanzierte Projekte.

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Erst ab 2021 besserte sich die Lage, als die Biden-Regierung den Inflation Reduction Act einführte. Das Gesetz pumpte über 10 Milliarden Dollar in Klimaforschung und -entwicklung und löste eine Erholung aus. Bis Anfang 2025 sicherten sich Universitäten Rekordsummen an Drittmitteln; allein Harvards Klimaförderung stieg um 30 Prozent im Jahresvergleich. Doch trotz dieses Aufschwungs bleibt die Zukunft ungewiss – viele Wissenschaftler suchen daher nach stabileren Perspektiven im Ausland.

Deutschland entwickelt sich zum bevorzugten Ziel. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien – vergeben von der weltweit größten Förderorganisation für akademischen Austausch – haben sich mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen vermehrte Anfragen aus den USA. Gleichzeitig sank das Interesse deutscher Studierender und Forscher an einem Aufenthalt in den USA um etwa 10 Prozent.

Der Wandel fällt in eine Phase, in der der DAAD selbst vor Herausforderungen steht: Die Organisation musste ihre Aktivitäten in Russland einstellen, nachdem sie von den russischen Behörden als "unerwünschte Organisation" eingestuft worden war.

Die Abwanderung von Forschenden spiegelt tiefgreifende Verschiebungen in der globalen Wissenschaftsförderung wider. Zwar haben US-Universitäten finanziell wieder etwas aufgeholt, doch die politische Instabilität treibt weiterhin Talente ins Ausland. Deutschlands wachsende Attraktivität als Forschungsstandort unterstreicht seine Rolle als Stütze der Klimawissenschaft – zu einer Zeit, in der die amerikanische Förderung unberechenbar bleibt.