25 February 2026, 20:37

Traditionsunternehmen FRIEBA meldet nach 100 Jahren Insolvenz an – doch es gibt Hoffnung

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die an einer Maschine arbeiten, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit der Aufschrift "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Traditionsunternehmen FRIEBA meldet nach 100 Jahren Insolvenz an – doch es gibt Hoffnung

FRIEBA, traditioneller Textilhersteller aus Wuppertal, meldet nach einem Jahrhundert Insolvenz an

Nach über hundert Jahren im Geschäft hat die FRIEBA GmbH, ein langjähriger Textilproduzent aus Wuppertal, Insolvenz angemeldet. Trotz dieses Rückschlags läuft die Produktion mit der Unterstützung der Belegschaft weiter. Erste Gespräche mit potenziellen Investoren sind bereits im Gange – ein Deal könnte noch nach Ostern zustande kommen.

Das Unternehmen wurde 1923 als Carl Friedrich Barmen Maschinenfabrik gegründet und ist seit über einem Jahrhundert in Wuppertal ansässig. FRIEBA spezialisiert sich auf Bänder, Schnüre, Fransen und Posamente und produziert auf einer Fläche von 2.800 Quadratmetern. Doch wie viele Betriebe der Region steht es unter wachsendem Druck durch Automatisierung, günstige Importe aus Asien und steigende Energiekosten.

Zwischen 2021 und 2025 schrumpfte der Textilsektor in Wuppertal um 15 bis 20 Prozent – rund 2.500 Arbeitsplätze gingen verloren. Dieser Rückgang fiel stärker aus als in vergleichbaren Regionen wie dem Sauerland oder Südniedersachsen, wo die Verluste im Schnitt bei 10 bis 12 Prozent lagen. Dort gelang die Anpassung besser, etwa durch die Spezialisierung auf Nischentextilien und Nachhaltigkeitsprojekte.

Seit der Insolvenzanmeldung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Lohnzahlungen. Das Unternehmen rechnet damit, ab dem zweiten Quartal wieder eigenständig Gehälter auszahlen zu können. Die Produktion läuft stabil, und die Mitarbeiter bleiben trotz der Unsicherheit motiviert.

Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren verlaufen vielversprechend. Eine Übernahme könnte kurz nach Ostern erfolgen und die Zukunft des Betriebs sichern.

Die Insolvenz von FRIEBA spiegelt die strukturellen Herausforderungen der Wuppertaler Textilbranche wider. Dass das Unternehmen weiterproduziert und Investorengespräche führt, deutet jedoch auf mögliche Erholung hin. Falls ein Deal zustande kommt, könnte das Unternehmen bereits zur Jahresmitte wieder wirtschaftlich eigenständig sein.