Till Lindemanns Signierstunde in Berlin: Fans strömen trotz Protesten zum Rammstein-Shop
Gerlinde HeinrichTill Lindemanns Signierstunde in Berlin: Fans strömen trotz Protesten zum Rammstein-Shop
In Berlins Stadtteil Wilhelmsruh bildete sich eine lange Schlange, als Fans zu einer Signierstunde mit Till Lindemann und Joey Kelly strömten. Die beiden trafen ein, um Exemplare ihres neuen Fotobands zu signieren, und zogen dabei Hunderte Anhänger an. Einige hatten bereits in der Nacht zuvor vor dem Veranstaltungsort campiert, in der Hoffnung, den Rammstein-Frontmann persönlich zu treffen.
Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Astra Kulturhaus auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain stattfinden, einem linksalternativen Kulturzentrum. Doch das Bündnis 'Keine Bühne für Täter' protestierte und forderte die Absage der Signierstunde wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegen Lindemann. Ihr Druck zeigte Anfang 2024 Wirkung: Die Organisatoren verlegten die Veranstaltung kurzerhand in den Rammstein-Shop.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall im Zusammenhang mit den sogenannten 'Reihe-Null'-Vorwürfen zuvor geprüft, die Ermittlungen jedoch schließlich eingestellt. Es kam zu keinem Prozess, und die anwesenden Fans betonten, es habe keine strafbaren Handlungen gegeben. Viele verließen die Veranstaltung mit signierten Artikeln und zeigten sich begeistert vom neuen Buch.
Auch die 17-jährige Emma war unter den Besuchern. Sie beschrieb ihre kurze, 20-sekündige Begegnung mit Lindemann als 'unglaublich krass'. Für den Fotoband hatte sie ihr Taschengeld gespart, während ihre Mutter – obwohl sie die Boykottaufrufe nachvollziehen konnte – sie zur Veranstaltung begleitete. Später kritisierte die Mutter die Warschauer Straße als ungeeigneten Ort für eine solche Zusammenkunft.
Die Signierstunde verlief schließlich ohne weitere Störungen. Die Fans verließen den Rammstein-Shop mit autografierten Büchern und Band-Merchandise. Zwar hatten die Proteste die Veranstaltung aus dem ursprünglichen Veranstaltungsort verdrängt, doch die Anhänger blieben überzeugt von Lindemanns Unschuld. Die Kontroverse wirft jedoch weiterhin die Frage auf, wie Kulturorte mit Vorwürfen gegen prominente Persönlichkeiten umgehen sollten.
