02 April 2026, 14:11

Thüringen kämpft mit Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die verschiedene Prozentanteile von unteralterigen Teenagern in den Bundesstaaten anzeigen, mit Text unten, der besagt: "Unteralterige Teenager können auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden, wenn sie einvernehmlichen Sex haben."

Thüringen kämpft mit Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen bringt digitalisierte sexualisierte Gewalt in die Klassenzimmer

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In einem dreijährigen Modellprojekt in Thüringen wurde das Thema digitalisierte sexualisierte Gewalt an Schulen aufgegriffen. Yasmina Ramdani leitete Präventionsworkshops für rund 5.000 Schülerinnen und Schüler und half ihnen, Online-Risiken besser zu verstehen. Die vom Landesjugendamt finanzierte Initiative war die erste dieser Art und dieses Umfangs in Deutschland.

Die Workshops richteten sich an Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Ramdanis Ansatz bestand darin, digitale Erfahrungen in alltagsnahe Diskussionen zu übersetzen, um komplexe Themen verständlicher zu machen. Behandelt wurden unter anderem Themen wie Cybergrooming, bei dem Täter Jugendliche in Chats manipulieren, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen.

Viele Übergriffe geschehen innerhalb von Freundeskreisen oder Klassenchats – oft aus Naivität und mangelnder digitaler Kompetenz. Fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland war bereits von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen, wie eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigt. Die aktuelle Debatte um die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen hat zudem die Aufmerksamkeit auf digitale Gewalt als ernstzunehmendes Problem gelenkt.

Ramdani betont, dass die Sicherheit von Kindern im Netz maßgeblich von der Unterstützung durch Erwachsene abhängt. Eltern könnten helfen, indem sie ihr eigenes Verhalten reflektieren und klare Grenzen mit ihren Kindern vereinbaren. Fachleute argumentieren, dass Investitionen in Prävention langfristig Kosten sparen, da die Folgen digitaler Gewalt weitaus teurer sind als vorbeugende Maßnahmen.

Das Thüringer Projekt erreichte Tausende Schülerinnen und Schüler, doch es gibt keine Daten darüber, ob ähnliche Workshops bundesweit Fuß gefasst haben. Die Initiative zeigte, wie dringend bessere digitale Bildung und die Einbindung von Erwachsenen sind. Ohne weitere Förderung oder systematische Erhebung bleibt jedoch ungewiss, welche langfristigen Auswirkungen das Projekt haben wird.

Quelle