12 March 2026, 04:22

Studie enthüllt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Schwarzes und weißes Foto von Dr. Adolf Fritzen, Bischof von Strassburg, in Priesterkleidung, mit Text unten.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Studie enthüllt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Eine neue unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Die Forscher fanden heraus, dass Kardinäle wiederholt Täter deckten und Opfer sexuellen Missbrauchs ignorierten. Die Untersuchung umfasst einen Zeitraum von über acht Jahrzehnten – von 1941 bis 2022.

Im Mittelpunkt der Studie stehen die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt. Beide wurden beschuldigt, Täter geschützt zu haben, während sie den Überlebenden kaum Unterstützung zukommen ließen. Diese Erkenntnisse decken sich mit einem vorläufigen Bericht von Dezember 2021, der ähnliche Versäumnisse aufzeigte.

In einer zweiten Phase der Forschung wird nun die Amtszeit von Hans-Josef Becker untersucht, der von 2002 bis 2022 Erzbischof von Paderborn war. Der vollständige Bericht hätte ursprünglich früher vorliegen sollen, wurde jedoch auf 2026 verschoben. Als Gründe für die Verzögerung nannten die Forscher die COVID-19-Pandemie sowie ein größeres als erwartetetes Quellenmaterial.

Das Erzbistum Paderborn zählt zu den sieben wichtigsten katholischen Diözesen Deutschlands. Es erstreckt sich über ein großes Gebiet – von Minden im Norden bis Siegen im Süden und von Herne im Westen bis Höxter im Osten. Zudem umfasst es Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie die Stadt Bad Pyrmont in Niedersachsen. Mit 1,3 Millionen Katholiken spielt es eine zentrale Rolle in der deutschen Kirche.

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Die verzögerte Studie wird nun ein umfassenderes Bild von Missbrauch und institutionellem Versagen liefern. Die Ergebnisse umfassen drei Kardinäle und über 80 Jahre Kirchengeschichte. Die Veröffentlichung des Berichts ist für 2026 geplant.

Quelle