Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Sicherheit oder Risiko für Anwohner und Schulen?
Gerlinde HeinrichStreit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Sicherheit oder Risiko für Anwohner und Schulen?
Düsseldorf plant Eröffnung eines neuen Drogenhilfezentrums in Oberbilk
In Düsseldorf soll im Stadtteil Oberbilk ein neues Drogenhilfezentrum entstehen, das im Rahmen eines umfassenden Sicherheitspakets auch heroinbegleitete Therapien anbietet. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude an der Eisenstraße geplant ist, stößt jedoch bei Anwohnern, Eltern und nahegelegenen Schulen auf Bedenken. Kritiker halten den Standort – in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern und zwei Schulen – für ungeeignet.
Das Zentrum ist Teil des städtischen Projekts "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu), das den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum rund um den Hauptbahnhof verlagern soll. Ähnliche Einrichtungen, die sich am Zürcher Modell orientieren, gibt es bereits in Frankfurt, Hannover, München, Karlsruhe und Bonn. Weitere sind in Berlin, Hamburg und Köln in Planung.
Das Gebäude soll so umgebaut werden, dass Einblicke von außen verhindert werden. Vor Ort werden Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal eingesetzt. Zudem sollen Ordnungsdienste und Polizei die Umgebung überwachen, um Störungen, Drogenhandel und offenen Konsum in der Nähe zu unterbinden. Drogenhilfeorganisationen betonen jedoch, dass ein zentraler Standort entscheidend für die Wirksamkeit der Einrichtung sei.
Bei einer kürzlichen Bürgerversammlung zeigten sich viele Anwesende verärgert über unklare Angaben zu Abläufen und Sicherheitsvorkehrungen. Zwei benachbarte Schulen bezeichneten den Standort als "vollkommen inakzeptabel" und fürchten, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Anwohner und Schulvertreter verweisen zudem auf bestehende drogenbedingte Kriminalität in der Gegend, die ihre Sorgen verstärkt.
Trotz des Widerstands soll das Zentrum wie geplant eröffnet werden. Die Stadt verweist auf strenge Sicherheitsprotokolle und die Zusammenarbeit der verschiedenen Dienste. Schulen und Anwohner bleiben skeptisch und hinterfragen, ob der gewählte Standort den Spagat zwischen gesundheitspolitischen Erfordernissen und dem Schutz der Nachbarschaft schafft. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Konflikte wider, wie mit Drogenkonsum in städtischen Räumen am besten umgegangen werden soll.
