Steuergeld für Habeck-Doku: Warum 270.000 Euro den Streit entfachen
Heinz-Josef ZirmeSteuergeld für Habeck-Doku: Warum 270.000 Euro den Streit entfachen
Ein neuer Film über den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck hat für Aufsehen gesorgt, nachdem bekannt wurde, dass deutsche Steuerzahler die Produktion mitfinanziert haben. Die unter dem Titel 'Jetzt. Wohin?' veröffentlichte Dokumentation begleitet Habecks Kanzlerkandidatur für 2025 und erhielt über 270.000 Euro an öffentlichen Fördergeldern. Kritiker aus dem rechten politischen Spektrum werfen der Regierung vor, die Mittel für ein 'Filmdenkmal' des Politikers zweckentfremdet zu haben.
Der von Lars Jessen inszenierte Streifen wurde von drei öffentlichen Institutionen kofinanziert: dem Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Film- und Medienstiftung NRW. Letztere, die dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft von Nordrhein-Westfalen untersteht, gerät dabei besonders in die Kritik. Vorwürfe der Vetternwirtschaft kamen auf, nachdem Berichte enthüllten, dass der Produzent Christoph Friedel, der an dem Habeck-Film mitwirkte, in einer festen Beziehung mit Christina Bentlage lebt - der Leiterin der Förderabteilung der Stiftung.
Der Trailer des Films verzeichnete bereits 20.000 Aufrufe auf YouTube, noch vor der Premiere am 7. Dezember. Zwar erhielt Habeck selbst keine Vergütung für das Projekt, doch die Verwendung öffentlicher Gelder stößt auf scharfe Kritik. Der Unternehmer Rainer Zitelmann ging noch weiter und forderte angesichts der Enthüllungen die vollständige Abschaffung von Filmförderungen. Konservative Stimmen bezeichnen die Finanzierung als Missbrauch von Steuergeldern und argumentieren, die Dokumentation diene eher der politischen Imagepflege als unabhängigem Filmschaffen. Mit Blick auf die anstehende Wahl hat sich die Debatte weiter zugespitzt, wobei Gegner die Transparenz bei der Vergabe der Fördermittel infrage stellen.
Die Kontroverse unterstreicht die anhaltenden Spannungen um die öffentliche Finanzierung politisch geprägter Projekte. Die Film- und Medienstiftung NRW sieht sich nun unter Druck, ihre Förderentscheidungen offenzulegen. Da der Film nächsten Monat in die Kinos kommt, dürfte die Diskussion über seine Finanzierung weiter anhalten.
