Steckenpferdreiten erobert Deutschland – vom Nischenspaß zum Trendsport
Mirjana SchachtSteckenpferdreiten erobert Deutschland – vom Nischenspaß zum Trendsport
Steckenpferdreiten boomt in Deutschland
In Deutschland wächst die Begeisterung für das Steckenpferdreiten rasant – tausende Reiter:innen nehmen mittlerweile an organisierten Turnieren teil. Die Sportart, bei der statt echter Pferde Steckenpferde zum Einsatz kommen, findet sowohl bei Tierschutzorganisationen als auch bei traditionellen Reiterverbänden Zustimmung. Bereits jetzt finden Reiterturniere statt, die Teilnehmer:innen jeden Alters anziehen, um ihr Können in Dressur und Springen unter Beweis zu stellen.
Der Deutsche Steckenpferdreitverband (DtHHV) wurde 2023 gegründet und zählt unter der Präsidentschaft von Kay Schumann bereits über 750 Mitglieder. Das Netzwerk umfasst mehr als 300 lokale Vereine mit knapp 10.000 Aktiven bundesweit. Die Turniere sind in fünf Altersklassen unterteilt, wobei Disziplinen wie „fortgeschrittene Dressur“, „mittelschweres Stilspringen“ oder „Zeitspringen“ bereits für zehn Euro Startgebühr zugänglich sind.
Die Reiter:innen imitieren dabei echte Reitbewegungen, simulieren Gangarten, Rennen und Sprünge – und trainieren so Beine, Rumpf und Rückenmuskulatur. Trotz des spielerischen Charakters erfordert der Sport Beweglichkeit und Koordination und ist damit körperlich anspruchsvoll. Einige Turniere kombinieren Steckenpferdreiten sogar mit klassischen Reitveranstaltungen, um den Austausch zwischen beiden Disziplinen zu fördern. Sozialen Medien kommt eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung des Trends zu, besonders bei jungen Mädchen, die ihre Steckenpferde oft mit dekorativen Accessoires individualisieren. Online-Shops bieten mittlerweile alles an – von einfachen Steckenpferden bis hin zu Hochpreis-Equipment wie mit Strasssteinen besetzten Halftern und Reitmützen. Die älteste Teilnehmerin bei den Meisterschaften 2024 war 49 Jahre alt, was zeigt, dass der Sport längst nicht nur eine junge Fangemeinde anspricht.
Die Qualifikationsrunden sind für Zuschauer:innen geöffnet, mit anstehenden Veranstaltungen am 1. Februar in Ditzingen und am 8. Februar in Zornheim. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung begrüßt den Trend, da er eine unterhaltsame und kostengünstige Möglichkeit bietet, Neue an den klassischen Reitsport heranzuführen.
Steckenpferdreiten bietet eine tierleidfreie Alternative zu traditionellen Reitsportarten und fördert gleichzeitig Fitness sowie Wettbewerbsgeist. Mit tausenden Aktiven und wachsender Anerkennung etabliert sich die Sportart zunehmend in der deutschen Sportlandschaft. Die kommenden Turniere werden noch mehr Reiter:innen die Chance geben, anzutreten – und noch mehr Zuschauer:innen die Möglichkeit, dabei zuzusehen.
