05 February 2026, 06:22

Solingen streitet um Bebauung des Schrodtbergs: Ökologie gegen Wirtschaftswachstum

Ein Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, auf dem der Text 'Investitionen in Gemeinden: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal' steht.

Solingen streitet um Bebauung des Schrodtbergs: Ökologie gegen Wirtschaftswachstum

Pläne zur Umwandlung des Schrodtbergs in ein Industriegebiet sorgen in Solingen für Aufruhr. Die Grünen warnen, dass das Vorhaben die ökologische Funktion des Gebiets gefährden würde, während Klagen von Anwohnern Verzögerungen drohen. Unterdessen hat die SPD ihre Haltung geändert und unterstützt nun eine zügige Bebauung an zwei zentralen Standorten.

Der Schrodtberg liegt im Solinger Grünzug und bildet gemeinsam mit dem Fleußmühlental ein wichtiges Biotop. Die Bezirksvertreterin der Grünen, Helga Bisier, betont, dass eine industrielle Erschließung die ökologische Rolle des Gebiets zerstören würde. Ihre Partei fordert eine nachhaltige Flächennutzung und beantragt, das Gebiet als Schutzlandschaft auszuweisen.

Die Debatte wirft auch Fragen zu früheren Zusagen auf. Den Grünen zufolge sah der Masterplan Arbeit und Wirtschaft eine gewerbliche Nutzung im Schrodtberg lediglich auf dem ehemaligen Sportplatzgelände vor. Nun werfen sie der Stadt vor, diese Vereinbarungen zu brechen.

Der langjährige Planungsexperte Dietmar Gaida verweist zudem auf praktische Hindernisse: Das steile Gelände mache Baumaßnahmen teuer und aufwendig. Zudem rechnet er mit Klagen von Anwohnern, die das Projekt weiter verzögern könnten.

Statt den Schrodtberg zu bebauen, schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbegebiete wie das am Birkenweiher zu nutzen. Gleichzeitig fordern sie ähnliche Schutzmaßnahmen für Piepersberg-West und Fürkeltrath II, da auch diese Grünflächen essenzielle ökologische Funktionen erfüllen.

Die SPD hingegen hat ihre Position revidiert: Sie spricht sich nun für eine beschleunigte Entwicklung in Fürkeltrath II und im Schrodtberg aus, während die Eignung von Piepersberg-West geprüft werden soll. Diese Kehrtwende steht im Einklang mit einer neuen Wirtschaftsstrategie, die von der FDP unterstützt wird. Die Grünen bleiben jedoch bei ihrer Ablehnung der Schrodtberg-Pläne.

Die Partei fordert den Stadtrat weiterhin auf, Natur- und Klimaschutz in der Stadtplanung vorrangig zu behandeln. Rechtliche Hürden und ökologische Bedenken könnten das Projekt Schrodtberg noch stoppen. Aktuell liegt der Fokus jedoch auf der beschleunigten Erschließung der beiden umstrittenen Standorte.

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