Solingen diskutiert zivil-militärische Zusammenarbeit im Heimatschutz vor wachsenden Krisenbedrohungen
Heinz-Josef ZirmeSolingen diskutiert zivil-militärische Zusammenarbeit im Heimatschutz vor wachsenden Krisenbedrohungen
Solingen diskutiert über Heimatschutz: Wie Militär und Zivilgesellschaft in Krisenzeiten zusammenarbeiten
In Solingen fand kürzlich eine hochrangige Fachkonferenz zum Thema Heimatschutz statt – vor dem Hintergrund wachsender Bedrohungen für die zivile Infrastruktur. Die von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen organisierte Veranstaltung stand im Zeichen des 70-jährigen Bestehens der Bundeswehr. Experten aus Militär und Zivilgesellschaft erörterten, wie beide Bereiche in Krisenzeiten enger zusammenarbeiten können.
Generalmajor Andreas Henne, Kommandeur der Territorialen Aufgaben der Bundeswehr, warnte vor gezielten Angriffen auf kritische Versorgungsstrukturen bis zum Jahr 2028. Seine Ausführungen prägten eine Tagung, die ganz im Zeichen von Vorsorge und Kooperation stand.
Die Konferenz unter dem Titel "Heimatschutz in Zeiten erhöhter Bedrohungen – Wie sieht die zivil-militärische Zusammenarbeit aus?" vereinte führende Vertreter aus Verteidigung, Polizei, Katastrophenschutz und Kommunalpolitik. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, eröffnete die Debatte mit einem Appell: Freiheit, Frieden und Demokratie müssten in einer unsicheren Welt aktiv verteidigt werden.
Generalmajor Henne skizzierte Szenarien, in denen lebenswichtige Infrastruktur wie Wasser-, Strom- und Gasversorgung gezielt sabotiert werden könnte. Er forderte eine stärkere gesellschaftliche Resilienz und betonte die Notwendigkeit, mentale Vorbereitung, organisatorische Strukturen und militärische Einsatzbereitschaft zu verbessern.
Markus Röhrl, Polizepräsident des Bergischen Städtedreiecks, erläuterte die Rolle der Sicherheitsbehörden im Krisenmanagement. Zwar gebe es bereits bewährte Koordinationsmechanismen, doch müssten die Verbindungen zu Militär und Rettungsdiensten noch enger geknüpft werden. Jan Welzel, Leiter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Solingen, ergänzte, die Stadt habe bereits Maßnahmen zum Schutz ihrer kritischen Systeme ergriffen. "Wir sind auf dem richtigen Weg", so Welzel.
An der Diskussion beteiligten sich zudem Vertreter der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks (THW). Einig waren sich alle darin, dass eine effektive Zusammenarbeit dieser Akteure mit den lokalen Behörden entscheidend ist, um künftige Bedrohungen zu bewältigen.
In ihrem Schlussstatement unterstrich Steingrüber, dass eine widerstandsfähige Gesellschaft die Grundlage für dauerhaften Frieden, Freiheit und Sicherheit bilde.
Die Solinger Konferenz machte deutlich, wie wichtig die zivil-militärische Zusammenarbeit für den Schutz kritischer Infrastrukturen wird. Nun geht es darum, konkrete Schritte zur Stärkung der Abwehrkräfte und zur Verbesserung der Abstimmung umzusetzen. Die Veranstaltung war zugleich Mahnung und Aufruf zum Handeln – angesichts der Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf Deutschland zukommen könnten.






