12 December 2025, 12:31

Solingen diskutiert umstrittenes Obdachlosen-Verbot am Hauptbahnhof

Ein belebtes Restaurant oder Stand mit einem Wagen auf der linken Seite, einem beleuchteten Dach darüber und einem Boden darunter.

Solingen diskutiert umstrittenes Obdachlosen-Verbot am Hauptbahnhof

Überschrift: CDU-Vorschlag: Keine Obdachlosen am Solinger Hauptbahnhof tagsüber

Teaser: Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) hatte Pläne zur Änderung der Straßenordnung angekündigt. Dies hat Kritik ausgelöst.

Veröffentlichungsdatum: 11. Dezember 2025, 16:20 Uhr

Schlagwörter: Wetter, Nachrichten, Politik, Allgemein, Kriminalität und Justiz

Artikeltext:

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Solingens Bezirksbürgermeister Marc Westkämper hat einen Plan vorgelegt, der Obdachlosen den Aufenthalt in der Unterführung am Solinger Hauptbahnhof tagsüber verbieten soll. Der Vorschlag würde es den Behörden ermöglichen, Personen auch am Tag von dort zu entfernen. Kritiker werfen der Initiative vor, die eigentlichen Probleme bei der Unterstützung von Obdachlosen und der öffentlichen Sicherheit zu ignorieren.

Der Antrag soll im nächsten Bezirksrat 2026 offiziell eingebracht werden.

Der Bürgerverein Solingen weist seit Monaten auf die misslichen Zustände in der Unterführung hin. Defekte Beleuchtung, kaputte Aufzüge und Berichte über aggressives Betteln haben das Gebiet zu einem wachsenden Problem werden lassen. Laut der Vereinigung liegt das Problem nicht darin, dass die Hilfsangebote für Obdachlose unbekannt wären – sondern dass diese oft den komplexen Bedürfnissen nicht gerecht werden.

Juliane Hilbricht, Vertreterin von Wohnenso, dem städtischen Wohnungsdienst, verteilt regelmäßig Hilfspakete an Obdachlose in der Unterführung. Sie fordert einen strukturierten Dialog aller Beteiligten, um öffentliche Sicherheit und die Bedürfnisse der dort Lebenden in Einklang zu bringen. Bisher wurde jedoch keine konkrete Stelle benannt, die solche Gespräche leiten soll – obwohl ähnliche Ansätze in der Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation üblich sind.

Bürgermeister Westkämpers Vorstoß würde dem Kommunalen Ordnungsdienst rechtliche Befugnisse einräumen, Räumungsanordnungen zu erlassen. Der Plan zielt auf die zunehmende Anzahl von Obdachlosen ab, die sich in der Unterführung versammeln, geht jedoch nicht auf die Ursachen oder alternative Lösungen ein.

Die Debatte über das Verbot in der Unterführung wird bis zur Ratssitzung 2026 andauern. Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnten die Behörden das Gebiet räumen – während grundlegendere Fragen zur Obdachlosenhilfe unbeantwortet blieben. Sowohl der Bürgerverein als auch die Wohnungsdienste betonen die Notwendigkeit eines umfassenderen Ansatzes.