Skandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb wegen grausamer Tierschutzverstöße entlarvt
Heinz-Josef ZirmeSkandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb wegen grausamer Tierschutzverstöße entlarvt
Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis wegen schwerer Verstöße gegen den Tierschutz entlarvt
Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) ist wegen gravierender Verstöße gegen den Tierschutz in die Kritik geraten. Verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen der Tierrechtsorganisation Aninova zeigen verletzte Schweine, tote Ferkel und heruntergekommene Stallanlagen. Gegen den Betrieb wurden nun Strafanzeigen erstattet, zudem wurde er nach wiederholten gescheiterten Kontrollen aus dem QS-Qualitätssicherungssystem ausgeschlossen.
Am 10. Oktober hatte Aninova die erschütternden Zustände auf dem Hof dokumentiert. Die Aufnahmen zeigen verletzte Tiere, verendete Ferkel und verfallene Ställe. Nach der Veröffentlichung auf Instagram verbreitete sich das Video innerhalb kürzester Zeit und erreichte über eine halbe Million Aufrufe.
Der Betrieb wurde am 14. Oktober zwei separaten Kontrollen unterzogen. Die Prüfung durch das QS-Qualitätssicherungssystem förderte inakzeptable Missstände zutage, darunter tote Tiere, was umgehend zum Ausschluss führte. Gleichzeitig stellte auch das örtliche Veterinäramt Verstöße gegen Hygiene- und Tierschutzvorschriften fest.
Der Betreiber, der zugleich als Geschäftsführer des Rheinland-Nassau Bauern- und Winzerverbandes fungiert, muss sich nun wegen des Verdachts auf Straftaten verantworten. Aninova kritisierte seine Doppelfunktion scharf: Er könne kaum für landwirtschaftliche Standards eintreten, während sein eigener Betrieb diese massiv verletze. Auf Anfrage lehnte ein Verbandssprecher eine Stellungnahme zu Personalangelegenheiten ab und gab an, von den Vorfällen auf dem Hof keine Kenntnis gehabt zu haben.
Das QS-System entzog dem Betrieb die Zertifizierung und leitete disziplinarische Maßnahmen ein. Zudem wurde der für eine frühere, umstrittene Kontrolle zuständige Prüfer vorläufig von allen weiteren QS-Audits – und zwar für alle Nutztierarten – suspendiert.
Die Zertifizierung des Betriebs wurde endgültig widerrufen, der Fall wurde zur strafrechtlichen Verfolgung weitergeleitet. Die Suspendierung des Prüfers wirft zudem Fragen nach der Aufsichtspraxis innerhalb des QS-Systems auf. Nun müssen die Behörden klären, ob weitere Sanktionen verhängt werden.






