Seniorenrat protestiert gegen Nahverkehr-Preiserhöhungen und Digitalisierungszwang
Gotthold UllmannSeniorenrat protestiert gegen Nahverkehr-Preiserhöhungen und Digitalisierungszwang
Der Seniorenrat hat schwere Bedenken gegen die jüngsten Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr geäußert. Die Organisation warnt, dass ältere Fahrgäste, die ohnehin bereits unter finanzieller Belastung leiden, die zusätzlichen Kosten kaum tragen können. In ihrer Stellungnahme verweisen sie zudem auf die Risiken einer vollständigen Umstellung auf digitale Ticketsysteme.
In einem offiziellen Beschluss vom 19. November 2025 forderte der Rat faire und transparente Preise im Nahverkehr. Besonders kritisiert wird, dass das Überschreiten von Gemeindegrenzen nicht mit Zusatzgebühren verbunden sein dürfe. Nun appelliert die Organisation an den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und seine Tarifpartner, die geplanten Fahrpreiserhöhungen zu stoppen oder rückgängig zu machen.
Viele ältere Reisende sind weiterhin auf herkömmliche Ticketmethoden angewiesen – etwa Automaten, Schalter oder Papiertickets. Der Rat argumentiert, dass eine reine Digitalisierung des Systems einige Fahrgäste gänzlich vom öffentlichen Verkehr ausschließen würde. Eine solche Entwicklung könnte die Mobilität und Selbstständigkeit von Senioren einschränken und ihre Lebensqualität weiter verschlechtern.
In ihrer Erklärung verweist die Organisation zudem auf die allgemeine finanzielle Belastung: Angesichts stark steigender Lebenshaltungskosten würden höhere Fahrpreise ältere Menschen zusätzlich belasten. Ihr Appell betont, dass die Bezahlbarkeit bei jeder Preisanpassung oberste Priorität haben müsse.
Der Vorstoß des Seniorenrats erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Verkehrsbehörden eine weitere Digitalisierung des Ticketwesens prüfen. Im Mittelpunkt der Kritik steht die Sorge, dass ältere Fahrgäste weder durch steigende Kosten noch durch technische Veränderungen abgehängt werden dürfen. Die Reaktion auf die Forderungen wird zeigen, ob der Nahverkehr für alle Nutzerinnen und Nutzer erschwinglich bleibt.






