21 February 2026, 10:19

Sechs Jahre nach Hanau: Tausende gedenken der Opfer rechtsextremer Gewalt in deutschen Städten

Ein Strauss bunter Blumen liegt auf einem Gehweg neben einem Schild, mit mehreren Gedenktafeln im Hintergrund.

Sechs Jahre nach Hanau: Tausende gedenken der Opfer rechtsextremer Gewalt in deutschen Städten

Sechs Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag von Hanau haben sich in ganz Deutschland Menschen versammelt, um der Opfer zu gedenken. Bei den Morden im Jahr 2020 kamen elf Menschen ums Leben, darunter neun unmittelbare Opfer, die Mutter des Attentäters und ein Überlebender, der später an seinen Verletzungen starb. In Städten wie Aachen, Köln und Bochum fanden Gedenkveranstaltungen statt – weitere sind in den kommenden Tagen geplant.

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Am 19. Februar 2020 hatte ein rechtsextremer Attentäter aus rassistischen Motiven zwei Shisha-Bars in Hanau angegriffen und neun Menschen getötet. Anschließend ermordete er seine 72-jährige Mutter, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der Anschlag gilt als einer der schwersten rechtsterroristischen Akte in Deutschland seit Jahrzehnten.

In Aachen beteiligten sich rund 300 Menschen an einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Die Studentin Selin Eroglu nahm teil, um gegen Rassismus zu protestieren: "Wir sind jung – wir können noch etwas verändern." Unterdessen versammelten sich in Köln fast 1.000 Demonstranten – deutlich mehr als die erwarteten 500 Teilnehmer.

Das Integrationsbüro in Bochum veranstaltete eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel der Stadt, und setzte damit ein Zeichen zwischen Feierkultur und Tragödie. Auch in anderen Städten Nordrhein-Westfalens, darunter Essen und Düsseldorf, gab es Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden. Weitere Gedenkveranstaltungen sind in Münster und Dortmund geplant.

Die Opferzahl des Anschlags stieg später auf elf. Der Überlebende Ibrahim Akkuş erlag im Januar 2026 seinen Verletzungen, ein weiteres Opfer starb im Januar 2023 an den Spätfolgen.

Der Anschlag von Hanau bleibt ein prägendes Ereignis im Kampf Deutschlands gegen rechtsextreme Gewalt. Die Gedenkveranstaltungen ziehen weiterhin große Teilnehmendenzahlen an und zeigen den anhaltenden gesellschaftlichen Widerstand gegen Rassismus. In den kommenden Tagen werden in weiteren Städten bundesweit weitere Veranstaltungen stattfinden.