06 May 2026, 14:27

"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche in Sekten-Zentren eindringen

Gruppe von Menschen auf einer Bühne mit Blumensträußen und Urkunden, vor einem "Jugend-Solar-Awards 2019"-Hintergrund.

"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche in Sekten-Zentren eindringen

Ein TikTok-Trend namens „Scientology-Speedrun“ hat Deutschland erreicht – dabei dringen junge Menschen in Scientology-Zentren ein. Die Herausforderung besteht darin, so weit wie möglich in die Gebäude vorzudringen, bevor man gestoppt wird. Der erste dokumentierte Vorfall ereignete sich im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee im Berliner Bezirk Charlottenburg.

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Der Trend begann, als die in Berlin ansässige Bloggerin @larahertha einen solchen Speedrun in der Charlottenburger Kirche organisierte. Die Polizei griff vor Ort ein. Seitdem diskutieren Nutzer in den Kommentaren unter ihrem Beitrag über weitere Ziele, darunter auch den Bundestag.

Scientology hat reagiert, indem es die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und den Zugang zu seinen Einrichtungen eingeschränkt hat. Die Organisation, die in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, wirbt für ihre Lehren und strebt einen Zustand „geistiger Vollkommenheit“ an, den sie „Clear“ nennt.

Nach deutschem Recht gelten solche Eindringversuche als Hausfriedensbruch. Täter müssen mit Geldstrafen oder sogar Haft bis zu einem Jahr rechnen. Manche Beobachter deuten den Trend als Form des Protests – vor dem Hintergrund der langjährigen Kontroversen um Scientology.

Der „Scientology-Speedrun“ hat bereits zu Polizeieinsätzen und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen an betroffenen Standorten geführt. Da Teilnehmer weitere Ziele ins Auge fassen, bleiben Behörden und Eigentümer in Alarmbereitschaft. Wer beim Eindringen erwischt wird, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Quelle