Schweinepreise brechen ein – Supermärkte wie Aldi senken Fleisch drastisch
Heinz-Josef ZirmeSchweinepreise brechen ein – Supermärkte wie Aldi senken Fleisch drastisch
Schweinepreise stürzen um zehn Prozent ab – Supermärkte senken Fleischpreise flächendeckend
Die Preise für Schweinefleisch sind in der vergangenen Woche drastisch gefallen: Pro Kilogramm gab es einen Rückgang um 15 Cent auf 1,45 Euro – ein Minus von zehn Prozent. Die Preissenkungen sind Teil einer breiteren Bewegung, bei der große deutsche Supermarktketten und Fleischproduzenten die Kosten für eine Reihe von Produkten reduzieren, von Wurst bis hin zu Hackfleisch. Hintergrund ist der Rückgang der Rohstoff- und Energiepreise, der nun an die Verbraucher weitergegeben wird.
Den Anfang machten Butterpreise, die mittlerweile unter einem Euro pro 250 Gramm liegen. Discounter wie Aldi Süd zogen nach und senkten die Preise für vorgepacktes Gyros, Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch. Eine 800-Gramm-Packung Schweinehackfleisch kostet bei Aldi Süd nun nur noch 3,79 Euro. Auch andere Handelsketten wie Norma haben die Preise für Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Rinderhack gesenkt.
Der Trend beschränkt sich nicht auf Schweinefleisch: Wursthersteller und Lebensmittelproduzenten geben die Ersparnisse aus günstigeren Rohstoffen und niedrigeren Logistikkosten an die Kunden weiter. Doch der Preiskampf setzt die Branche unter Druck. So kündigte die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG an, ihr Werk in Britz zu schließen – 500 Arbeitsplätze fallen damit weg. Gleichzeitig plant der Fleischkonzern Vion, seine Rinderschlachtstätte in Hilden zu schließen, was rund 160 Mitarbeiter betrifft. Der Westfalen-Lippe-Landwirtschaftsverband warnt, dass anhaltender Preisdruck den Strukturwandel in der Schweinehaltung beschleunigen werde – mit der Gefahr, dass kleinere Betriebe vom Markt verdrängt werden.
Verbraucher profitieren zwar von sinkenden Preisen für Fleisch- und Milchprodukte, da Händler und Hersteller die gesunkenen Kosten weitergeben. Doch die Preissenkungen führen auch zu Werksschließungen und Stellenabbau in der fleischverarbeitenden Industrie. Die langfristigen Folgen für die Schweinehaltung und die Lebensmittelproduktion bleiben ungewiss.
