Ricarda Langs scharfe Karnevals-Spitzen gegen Markus Söder sorgen für politische Lacher
Mirjana SchachtRicarda Lang macht Witz über Söder: "Nürnberger Würstchen" - Ricarda Langs scharfe Karnevals-Spitzen gegen Markus Söder sorgen für politische Lacher
Ein spielerischer, aber scharfzüngiger Schlagabtausch hat in diesem Jahr die Karnevalsfeiern der Politiker geprägt. Ricarda Lang, ehemalige Co-Vorsitzende der Grünen, nutzte ihre Rede bei der Veranstaltung "Orden gegen tödlichen Ernst" in Aachen, um sich über Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) lustig zu machen. Die Sticheleien folgten auf Söders eigene umstrittene Bemerkung über Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bei einem Parteitag der CSU im vergangenen Monat.
Ausgelöst wurde der Wortwechsel, als Söder auf dem CSU-Parteitag in Richtung Bär sagte: "Von Ihnen erwarten wir nicht viel, aber wir würden uns freuen, wenn viel Geld nach Bayern fließen würde, liebe Doro." Viele empfanden die Äußerung als herablassend oder bevormundend, doch Bär wiegelte später ab. Sie erklärte, Söder habe sich entschuldigt, und sie wisse, dass er nichts Böses im Sinn gehabt habe.
Beim Karnevalsevent in Aachen griff Lang die Gelegenheit auf. Sie bezeichnete Söder als "Nürnberger Rostbratwurst mit Troll-Lizenz" und als "fränkischen Fleisch-Sommelier" mit Napoleon-Komplex. Ihre Späße reihten sich ein in die lange Tradition, bei der Prominente auf humorvolle, aber treffsichere Weise auf die Schippe genommen werden.
Bisher hat Söder nicht öffentlich auf Langs Kritik reagiert. Die Veranstaltung, ein fester Bestandteil der Karnevalssaison, lebt davon, dass Politiker und Prominente spielerisch durch den Kakao gezogen werden – doch in diesem Jahr hatten die Sticheleien eine besonders scharfe Klinge.
Bär wiederum war bei derselben Zeremonie als "Ritterin des Ordens" ausgezeichnet worden, was dem politischen Geplänkel eine weitere Ebene verlieh.
Der Schlagabtausch zeigt, wie sich in der deutschen Politik Humor und Spannung mischen. Während Bär Söders Bemerkung längst ad acta gelegt hat, sorgten Langs Späße dafür, dass die Debatte im Rampenlicht blieb. Vorerst bleibt es bei Söders Schweigen – und damit bei seinen Kritikern das letzte Wort.
