26 January 2026, 12:26

Regionaler Wettstreit um Deutschlands neue Stromkraftwerke entbrennt

Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Regionaler Wettstreit um Deutschlands neue Stromkraftwerke entbrennt

Deutschlands Stromkraftwerk-Offensive entfacht Regionalwettstreit

Der Ausbau neuer Kraftwerke in Deutschland führt zu einem Wettbewerb zwischen den Regionen. Eine "Süd-Prämie" bei der Standortvergabe begünstigt Standorte im Süden des Landes, während nord- und ostdeutsche Gebiete das Nachsehen haben. Gleichzeitig bewirbt sich Nordrhein-Westfalen um fünf Gigawatt geförderte Kapazität, um die stillgelegten Kohlekraftwerke zu ersetzen – dabei kristallisiert sich Bergkamen als vielversprechender Kandidat heraus.

Das Steag-Iqony-Kohlekraftwerk in Bergkamen läuft derzeit trotz seiner Rolle als Reserveanlage und geplanter Abschaltung mit voller Leistung. Betriebsleiter Thorsten Koch unterstützt den Kohleausstieg und die Energiewende, auch wenn sein Standort bald stillgelegt werden soll.

Direkt neben dem bestehenden Kohlekraftwerk ist ein modernes, flexibles Gaskraftwerk geplant, das später auf "grünen" Wasserstoff umgestellt werden soll. Das Projekt ist bereits weit fortgeschritten: Steag-Iqony hat Gespräche mit lokalen Behörden geführt, Umweltverträglichkeitsprüfungen eingeleitet und wichtige Komponenten gesichert. Die Ausschreibungskriterien der Bundesregierung, die von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche erwartet werden, entscheiden über die nächsten Schritte. Bergkamens Bewerbung profitiert von der hohen Energienachfrage vor Ort und der netztechnischen Einstufung als "Süd"-Standort.

Parallel hat Gauss Fusion Bundesförderung für Deutschlands erstes kommerzielles Fusionskraftwerk erhalten. Ein Expertengremium bestätigte, dass das Design industriell skalierbar und systemkompatibel ist – ein wichtiger Schritt für Deutschlands Führungsanspruch in der Fusionsforschung. Die Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz sowie über zwei Milliarden Euro Forschungsgelder bis 2029 stärken die Position des Unternehmens weiter. Auch andere Energiekonzerne wie RWE, Uniper und Trianel bereiten bundesweit Kraftwerksprojekte vor.

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Das Gaskraftwerk in Bergkamen und das Fusionsprojekt von Gauss Fusion zeigen, wie sich die deutsche Energielandschaft wandelt. Die "Süd-Prämie" und die anstehenden Ausschreibungsregeln werden entscheiden, welche Regionen neue Kapazitäten erhalten. Bei einer Genehmigung könnten diese Vorhaben den Übergang von der Kohle zu saubereren Alternativen beschleunigen.