04 March 2026, 09:24

Rechtsextremismus wird jünger: Wie Neonazis Minderjährige im Netz radikalisieren

Eine Gruppe von Menschen hält eine Fahne mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße in der Nähe.

Rechtsextremismus wird jünger: Wie Neonazis Minderjährige im Netz radikalisieren

Rechtsextremismus in Deutschland wird jünger und verlagert sich seit der Pandemie zunehmend ins Internet

Junge Menschen, insbesondere solche ohne stabile soziale Bindungen, sind inzwischen die Hauptzielgruppe für rechtsextreme Rekrutierungsversuche. Behörden warnen, dass die sogenannte Neue Rechte eine wachsende Gefahr darstellt – mit Verbindungen zu offen gewaltbereiten Gruppen, die unter strenger Beobachtung stehen.

Neonazistische Organisationen wie Jung & Stark, Störtrupp oder Deutsche Jugend voran bestehen heute fast ausschließlich aus Mitgliedern unter 23 Jahren. Viele Rekruten gelangen über die Active Clubs in die Szene, die Freizeitaktivitäten wie Camping oder Kampfsport mit subtiler rechtsextremer Propaganda verbinden. Begriffe wie Volk, Heimat und rassistische Identitätspolitik üben dabei eine besondere Faszination auf junge Männer in diesen Kreisen aus.

Die jüngsten Extremisten radikalisieren sich oft im Netz. In Köln führte ein 13-jähriger Junge eine Chatgruppe an, in der Anleitungen zum Bombenbau verbreitet und zu Gewalt gegen Juden und Afrikaner aufgerufen wurde. In Essen plante ein 16-jähriger rechtsextremer Schüler ein Schulmassaker, bevor die Polizei einschritt. Behörden verweisen darauf, dass rechtsextreme Gruppen häufig Attentäter wie Anders Breivik verherrlichen, der 2011 in Norwegen 77 Menschen ermordete.

Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalens beobachtet die Neue Rechte besonders wegen ihrer Verflechtungen mit gewaltorientierten Netzwerken. Öffentlich zugängliche Daten zur Größe, Struktur oder regionalen Verbreitung dieser Gruppen gibt es jedoch kaum. Unabhängig davon hat sich Hanna Hansen – eine ehemalige Boxerin, Model und Designerin – als prägende Figur in der islamistischen Szene etabliert und zählt über 200.000 Follower.

Die Entwicklung hin zu einer jüngeren, digital geprägten Extremismus-Szene stellt die deutschen Behörden vor neue Herausforderungen. Rekrutierungsstrategien nutzen soziale Isolation und digitale Plattformen aus, während die ideologische Botschaften gezielt auf Jugendliche zugeschnitten werden. Polizeiliche Eingriffe wie in Essen und Köln unterstreichen die Dringlichkeit, der Radikalisierung von Minderjährigen entgegenzuwirken.