Rassistischer Überfall an der Deutschen Bahn in Soest erschüttert Öffentlichkeit
Mirjana SchachtRassistischer Überfall an der Deutschen Bahn in Soest erschüttert Öffentlichkeit
Rassistischer Angriff auf 23-Jährigen mit guineischen Wurzeln an der Deutschen Bahn in Soest
Am Sonntagmittag (21. Dezember) wurde ein 23-jähriger Mann mit guineischer Herkunft an der Deutschen Bahn in Soest rassistisch beschimpft und brutal angegriffen. Der noch unbekannte Täter griff das Opfer an und flüchtete anschließend. Die Polizei bittet dringend um Zeugenhinweise, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten.
Der Vorfall ereignete sich in aller Öffentlichkeit auf dem Vorplatz der Deutschen Bahn. Der Angreifer, der einen E-Scooter fuhr, begann damit, den Mann mit rassistischen Beleidigungen zu beschimpfen. Anschließend stieß er ihn zu Boden, spuckte ihn an und schlug ihm mehrfach ins Gesicht. Als das Opfer bereits am Boden lag, trat der Täter ihm gegen den Kopf, bevor er sich kurzzeitig vom Tatort entfernte.
Der Verdächtige wird als etwa 30 Jahre alt mit europäischem Erscheinungsbild beschrieben. Er trug dunkle Hosen, eine dunkle Jacke mit weißen Reflektorstreifen auf der Brust sowie dunkle Schuhe. Augenzeugen hörten, wie andere ihn "Julian" nannten. Der Mann sprach akzentfreies Deutsch und flüchtete zunächst nach der Attacke. Kurze Zeit später kehrte er jedoch zurück, um einen Zeugen, der eingegriffen hatte, verbal anzugreifen.
Die Soester Polizei hat in den vergangenen Jahren bereits mit ähnlichen Fällen rassistischer Gewalt zu tun gehabt. So wurde 2023 ein Syrer in der Stadt angegriffen; zwei Tatverdächtige im Alter von 18 und 20 Jahren wurden später festgenommen. Nach solchen Vorfällen verstärkten die Behörden ihre Streifenpräsenz, arbeiteten mit NGOs wie der Amadeu Antonio Stiftung zusammen und führten Aufklärungskampagnen an Schulen zum Thema Hasskriminalität durch.
Der Täter ist weiterhin auf freiem Fuß. Die Ermittler bitten alle, die sachdienliche Hinweise haben, sich unter der Telefonnummer 02921/91000 zu melden oder eine beliebige Polizeidienststelle aufzusuchen. Die Verletzungen des Opfers sowie die rassistische Motivation der Tat werden derzeit untersucht.